Das etwa 2.300 Kilometer lange Riff erstreckt sich entlang der Nordküste Australiens und gehört seit 1981 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Doch der Klimawandel setzt den Korallen sehr zu.
Die optimale Wassertemperatur für Korallen liegt zwischen 23 und 29 Grad Celsius. Durch den fortschreitenden Klimawandel steigen die Meerestemperaturen jedoch immer weiter an und überschreiten zunehmend diesen Bereich. Korallenriffe können sich an solche schnellen Temperaturveränderungen nicht ausreichend anpassen. Über Jahrtausende haben sie sich an vergleichsweise stabile Bedingungen im Meer angepasst, die heutigen Veränderungen geschehen jedoch in sehr kurzer Zeit.
Untersuchungen zeigen, dass sich die Korallenbedeckung am Great Barrier Reef in diesem Jahr vor allem im Norden und im Zentrum leicht erholt hat. Die meisten untersuchten Riffe weisen eine Korallenbedeckung zwischen zehn und 30 Prozent auf. Mehr als 75 Prozent erreichte allerdings keines der untersuchten Riffe.
Trotz der ersten Anzeichen einer Erholung bleibt das Great Barrier Reef unter Druck. Das Riff erlebt immer häufiger ungewöhnlich hohe Meerestemperaturen, wie etwa im Jahr 2024.
Auch zwei Wirbelstürme zogen im vergangenen Sommer über die Region und sorgten für Korallenverluste. Doch nicht nur das Klima setzt den Riffen zu. Auch natürliche Feinde wie der Dornenkronenseestern spielen eine Rolle. 2026 wurden an mehreren Riffen die Tiere selbst oder ihre Fraßspuren entdeckt. Ein Dornenkronenseestern frisst pro Tag etwa eine faustgroße Fläche Korallen.
Der Klimawandel ist und bleibt die größte Herausforderung. Aktuelle Daten zeigen, dass sich viele Korallen nach Belastungen wieder erholen können. Gleichzeitig nehmen die klimabedingten Risiken jedoch weiter zu. Vor allem steigende Meerestemperaturen könnten künftig häufiger zu schweren Korallenbleichen führen. Forscher betonen deshalb, dass die aktuelle Erholung keine Entwarnung ist.