Ein bisschen Filmfestspiele vorab gibt es im Cineplex Biberach: Am Montag, 13. April, um 19.45 Uhr feiert der Dokumentarfilm „Denn dieses Leben lebst nur du“ dort seine große Premiere – noch vor dem bundesweiten Kinostart am 16. April 2026.
Der Film von Regisseur Douglas Wolfsperger eröffnet damit seine bundesweite Kinotour. Wolfsperger wird zur Premiere persönlich vor Ort sein und den Abend gemeinsam mit den Protagonisten sowie Teilen des Filmteams begleiten. Im Anschluss an die Vorführung ist ein Publikumsgespräch geplant.
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms stehen vier Trans-Personen – Gabriel, Elisabeth, Melina und Dunja – die im konservativ geprägten Ländle leben. Der Film begleitet sie auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben und zeigt, wie tiefgreifend sich dadurch ihr Alltag verändert: Namen, Geschlecht und Lebensentwürfe werden neu definiert.
Die Protagonisten hatten zuvor andere Leben geführt – mit anderen Erwartungen, anderen Rollen und oft auch anderen Konflikten. Der Film zeigt, wie sie heute in ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten angekommen sind: in der Metallfabrik, im Fitnessstudio oder beim Paddeln auf dem Bodensee.
Die ländlich schwäbische Umgebung, in der sie leben, ist stark von konservativen Strukturen geprägt. Die Reaktionen reichen von Unsicherheit und Ablehnung bis hin zu Neugier und Offenheit. Der Dokumentarfilm zeigt diese Spannungsfelder ohne Kommentar, aber mit großer Nähe zu den Menschen.
Im Zentrum steht dabei nicht Konflikt, sondern Entwicklung: die Suche nach Identität, nach Akzeptanz – und nach Momenten von Glück, Liebe und innerem Ankommen. Dabei ist der Film weder woke noch erhebt er den Zeigefinger.
Douglas Wolfsperger stammt vom Bodensee, lebt in Berlin und ist nicht nur Filmemacher, sondern auch Intendant der Biberacher Filmfestspiele. Seine eigenen Filme zeigt er jedoch bewusst außerhalb des Festivals. Mit Arbeiten wie „Bellaria“ oder „Der entsorgte Vater“ hat er sich bereits als genauer Beobachter gesellschaftlicher Themen etabliert.
„Denn dieses Leben lebst nur du“ wurde 2025 bei den Internationalen Hofer Filmtagen uraufgeführt und dort mit viel Aufmerksamkeit aufgenommen.
Die ersten Kritiken zum Film fallen überwiegend positiv aus. Gelobt wird vor allem die respektvolle, ruhige und sehr persönliche Erzählweise.
Die Münchner Abendzeitung beschreibt den Film als „leisen Film, der gut tut und Vorurteile entkräftet“. Auch andere Stimmen heben hervor, dass Wolfsperger seinen Protagonisten „auf Augenhöhe“ begegnet und ihre Lebensrealitäten ohne Dramatisierung, aber mit großer Intensität zeigt.
Die Biberacher Premiere im Cineplex-Kino bietet damit die Gelegenheit, den Film erstmals in besonderem Rahmen zu erleben. Nach der Vorführung findet ein Gespräch mit Regisseur und Beteiligten statt – ein direkter Austausch zwischen Publikum und Filmteam. Wie bei den beliebten Biberacher Filmfestspielen, nur eben außerhalb davon.