Die Trockenheit erschwert das Leben der Landwirte

Erntebilanz

Auf den Feldern in der Region läuft die Maisernte in diesem Jahr ungewöhnlich früh. Schon Ende August werden erste Flächen gehäckselt, normalerweise beginnt die Arbeit vielerorts erst im September. Grund sind wochenlange Trockenheit und hohe Temperaturen.

Die Maisernte hat in Teilen der Region mehrere Wochen früher begonnen als üblich. Weil die Pflanzen durch den Wassermangel bereits abreifen, müssen sie teilweise schon Ende August vom Feld. Normalerweise wäre die Ernte erst im September oder sogar Mitte September gestartet. Bleibt der Mais länger stehen, wird er zu trocken und lässt sich schlechter als Futter im Silo lagern. Landwirte berichten von fast acht Wochen ohne nennenswerten Regen. Besonders die lange Trockenperiode hat den Pflanzen zugesetzt. Kurze Gewitterschauer waren kaum eine Hilfe gewesen, weil das Wasser nicht tief genug in den Boden gelangen konnte.

Kleinere Pflanzen und weniger Futter

Der Mais ist vielerorts niedriger geblieben und hat dünnere Stängel als in den letzten Jahren. Durch die frühe Ernte fehlte den Pflanzen außerdem Zeit, weiterzuwachsen und zusätzliche Nährstoffe einzulagern. Das kann sich jetzt später auch auf die Qualität des Futters auswirken. Philomena Mögele, die selbst in der Landwirtschaft arbeitet, hat die Folgen der Trockenheit deutlich bemerkt.

Bei uns in der Gegend hatten wir nur Glück, weil die Böden eigentlich sehr gut sind. Aber man hat schon gemerkt: Es war einfach wenig Regen da, wenig Niederschlag. Dadurch waren alle Kulturen trockener und auch das Getreide ist einfach nicht mehr so gewachsen wie in einem normalen Jahr. Deswegen waren auch die Erträge schon niedriger.

Auf dem Betrieb werden Bullen gemästet und klassische Ackerkulturen angebaut. Der Mais wird dort als Futter genutzt, dazu kommen Weizen, Gerste und Raps.

Deutlich weniger Ertrag auf den Feldern

Auch bei den anderen Kulturen fällt die Bilanz ernüchternd aus. Landwirt und 1. Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Ulm-Ehingen, Ernst Buck macht vor allem den Wassermangel für die Situation verantwortlich.

Es ist ganz klar der Wassermangel gewesen. Wir haben eine Großwetterlage gehabt, die fast acht Wochen lang bei uns angehalten hat, und es ist eben kein Tröpfle runtergekommen. Das hat uns alle zum Schaffen gemacht. Das hat dem Wald und den Wildtieren zu schaffen gemacht, uns Menschen und letztendlich auch unseren Pflanzen auf dem Acker draußen. Dieses Jahr ist es schon ein bisschen extrem.

Ernst Buck schätzt, dass die Erträge in der Region im Schnitt rund 30 Prozent niedriger liegen, quer über die verschiedenen Kulturen. Besonders enttäuscht sei er vom Raps. Die Bestände hätten auf den Feldern teilweise noch ordentlich ausgesehen. Erst beim Dreschen hat sich gezeigt, dass deutlich weniger Ertrag drinsteckte als erhofft. Auch Wiesen und Grünland sind stark ausgetrocknet. Nach einem kalten Frühjahr folgten hohe Temperaturen und zu wenig Regen. Teilweise sind die Grasbestände regelrecht verbrannt. Selbst neu ausgesätes Gras ist auf manchen Flächen vertrocknet, bevor es richtig wachsen konnte.

Mehr Erntemaschinen auf Straßen und Feldwegen

Durch die frühe Maisernte sind derzeit vermehrt Traktoren, Häcksler und Transportfahrzeuge unterwegs. Einige Maschinen sind mit ihren breiten Reifen bis zu 2,85 Meter breit. Gerade auf schmalen Straßen und Feldwegen kann es deshalb schnell eng werden. Die Landwirte bitten Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger um Rücksicht. Gruppen sollten sich auf Feldwegen möglichst auf einer Seite halten, damit große Fahrzeuge auf der anderen Seite vorbeifahren können. Nach kurzen Regenschauern können die Maschinen außerdem Erde vom Acker auf die Straße tragen. Viele Betriebe setzen deshalb zusätzliche Fahrzeuge mit Frontschild oder Kehrmaschine ein, um die Fahrbahn möglichst schnell wieder zu säubern.

Lebensmittel sollten nicht deutlich teurer werden

Trotz der schwächeren Ernte müssen Verbraucher aktuell nicht mit deutlich höheren Lebensmittelpreisen rechnen. Experten erwarten keine allgemeine Preisexplosion im Supermarkt. Bei einzelnen Produkten kann es zwar Schwankungen geben, grundsätzlich dürfte sich die schlechte Ernte aber nur begrenzt auf die Preise auswirken.

Das könnte Dich auch interessieren

29.04.2026 Agrarministerin Kaniber warnt vor Waldbrandgefahr in Bayern Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) warnt angesichts anhaltender Trockenheit vor hoher Waldbrandgefahr in Bayern. «Jede Unachtsamkeit, jede achtlos weggeworfene Zigarette und jeder kleine Funke können aktuell einen folgenschweren Waldbrand auslösen», sagte sie. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt in weiten Teilen Bayerns bereits die zweithöchste Warnstufe vier von fünf. Für einzelne Regionen wird am Donnerstag 27.08.2026 Partielle Mondfinsternis über Schwaben: So stehen die Chancen am Freitagmorgen Wer das Himmelsspektakel sehen will, braucht zwar keine Spezialbrille – dafür aber etwas Glück mit dem Wetter. Los geht die partielle Mondfinsternis nach Angaben des Hauses der Astronomie in Heidelberg um 4.33 Uhr. Dann beginnt der Mond, in den Schatten der Erde einzutauchen. Der Höhepunkt wird gegen 6.13 Uhr erreicht. Wetter könnte die Sicht in 11.08.2026 Hitzeschäden bei der Bahn: Zugausfälle und Verspätungen in Schwaben Die Deutsche Bahn meldet hitzebedingte Schäden auf der Fernverkehrsstrecke zwischen Stuttgart und Nürnberg. Reisende müssen deshalb aktuell mit Einschränkungen rechnen. Nach Angaben der Bahn kann es unter anderem in Crailsheim, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd zu Zugausfällen kommen. Außerdem sind Verspätungen von rund 20 Minuten möglich. Betroffen sind im Fernverkehr IC-Züge auf der Verbindung Karlsruhe Hauptbahnhof 05.08.2026 Wassermangel auf Berghütten: Trinkwasser kommt teilweise per Hubschrauber Auf zahlreichen Berghütten in den deutschen und österreichischen Alpen herrscht derzeit akuter Wassermangel. Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins sind fast alle Hütten von Engpässen betroffen. Teilweise müssen die Betreiber zu drastischen Maßnahmen greifen. Besonders angespannt ist die Lage in den Berchtesgadener Alpen. Auf der Blaueishütte wird Trinkwasser inzwischen per Hubschrauber angeliefert, damit der Küchenbetrieb weiterlaufen