Doppelmordprozess in Memmingen: Urteil soll bald fallen

Urteil soll bald fallen

Mit dem Hammer gegen die eigene Großmutter und deren Partner: Was trieb den 31-Jährigen zu dieser Tat? Das Gericht muss nun Antworten auf die offenen Fragen finden.

Der Prozess um einen Doppelmord durch Hammerschläge steht vor dem Abschluss. In dem Verfahren vor dem Landgericht in Memmingen soll am Mittwoch (9.00 Uhr) noch ein psychiatrischer Sachverständiger aussagen, danach werden die Plädoyers erwartet. Möglicherweise könnte anschließend bereits das Urteil verkündet werden, ansonsten ist am Donnerstag noch ein weiterer Verhandlungstag geplant.

Dem angeklagten 31-Jährigen wird vorgeworfen, aus Rache seine Großmutter und deren Mann im schwäbischen Günzburg umgebracht zu haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war der Mann davon ausgegangen, dass der Partner der Großmutter die Mutter des Beschuldigten missbraucht und die Großmutter dabei tatenlos zugesehen habe. Deswegen sei er im Juni vergangenen Jahres mit einem Hammer bewaffnet in die Wohnung der 78-Jährigen und des 74-Jährigen eingedrungen und habe die Senioren erschlagen.

Angeklagter hatte kurz nach der Tat ein Geständnis abgelegt

Der Mann ist wegen zweifachen Mordes angeklagt. Der deutsche Staatsbürger hatte die Tat im Ermittlungsverfahren pauschal eingeräumt, zu Beginn des Prozesses hatte er allerdings geschwiegen.

Die Mutter des Beschuldigten soll ihren Sohn im Kontext der Missbrauchsvorwürfe gegen den später getöteten 74-Jährigen vor der Tat gebeten haben, den Kontakt zu dem Seniorenpaar abzubrechen und ansonsten nichts zu unternehmen. Dennoch soll der Angeklagte dann begonnen haben, den gewaltsamen Überfall zu planen.

Update: Der Prozess wurde am Mittwoch unterbrochen, weil die Verteidigung ein drittes psychiatrisches Gutachten angefordert hat. Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt.

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