Dornstadt: Rettungsdienst noch schneller vor Ort

Befristeter Test des DRK Rettungsdienst

In Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) ist ab dem 1. Juli tagsüber ein Rettungswagen stationiert. In einem befristeten Test möchte der DRK Rettungsdienst überprüfen, wie groß der Vorteil für die Notfallpatienten ist.

Meist sind die Rettungswagen im Alb-Donau-Kreis innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfrist am Notfallort, doch die Verantwortlichen wollen sich mit dem erreichten Niveau nicht damit zufrieden geben. Projektleiter Lukas Wawra hat umfangreiche Daten aus den Computer der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst ausgewertet, um einem Gefühl nachzugehen. Nördlich von Ulm könnten die Rettungswagen noch schneller beim Patienten sein, wenn der Rettungswagen nicht direkt aus Ulm kommen muss. Gemeinsam mit Rettungsdienstleiter Tobias Zoller wurden die Daten bewertet und Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Dornstadt wurde als idealer Standort berechnet, um einen Rettungswagen, der bisher neben der Uni-Klinik am Ulmer Eselsberg stationiert ist, näher an häufige Einsatzgebiete zu verlegen.

Die Standorte der Rettungswagen werden vom Bereichsausschuss in Abstimmung mit dem baden-württembergischen Innenministerium für den gesamten Landkreis festgelegt. Für einen auf ein Jahr befristeten Versuch stimmte auch der Bereichsausschuss einem geänderten Standort zu.

Bei der Suche nach einer Abstellmöglichkeit ging der Rettungsdienst auf das Bürgermeisteramt Dornstadt zu und in gemeinsamen Gesprächen mit der Feuerwehr konnte der Traumstandort für den Rettungsdienst realisiert werden. Ab Samstag ist tagsüber ein Rettungswagen direkt am Feuerwehrgerätehaus abgestellt, um von dort zu Einsätzen zu fahren.

Auch wenn das Gebäude der Feuerwehr über keine leerstehenden Räume verfügt, so suchten Gesamtkommandant Achim Lang und Abteilungskommandant Reiner Mieroff nach einer Lösung. Der Stabsraum wurde soweit freigeräumt, dass außerhalb von Großeinsätzen Platz für die Besatzung des Rettungswagen ist. Toiletten und Küche können die Rettungsdienstleiter mitnutzen. Für den Rettungswagen ist jedoch kein Stellplatz in der Fahrzeughalle frei, daher steht der Rettungswagen im Freien neben dem Übungsturm, wo er auch eine Stromversorgung für den Medikamentenkühlschrank und die Wärmebox für die Infusionen hat. Ein Schutzdach für das Winterhalbjahr ist schon in Planung.

Morgens beginnt die Rettungswagenbesatzung ihren Dienst wie bisher auf der Wache am Eselsberg und fährt dann einsatzbereit nach Dornstadt. Bei Notfällen auf der Autobahn 8, auf der Bundesstraße 10 und auch in den umliegenden Ortschaften bis hinauf nach Lonsee ist der Rettungswagen von dort aus schneller am Einsatz. Patienten werden wie bisher in Ulmer Kliniken gebracht und dort kann der Rettungswagen an der Wache Eselsberg auch wieder mit Verbrauchsmaterial aufgefüllt werden. Der Rettungswagen kann von Dornstadt aus auch innerhalb der Hilfsfrist weiterhin Böfingen und die Innenstadt erreichen, so dass den Ulmern kein Rettungswagen fehlt, sondern weiterhin fünf Rettungswagen verfügbar sind. Zum abendlichen Dienstende fährt der Rettungswagen auf die Wache, um am nächsten Morgen wieder mit neuer Besatzung in Dornstadt einsatzbereit zu sein.

Sollte zusätzlich zum Rettungswagen ein Notarzt benötigt werden, so bringen wie bisher ein Notarzteinsatzfahrzeug oder der Rettungshubschrauber einen Notarzt aus Ulm. Gibt es im Ulmer Norden weitere Einsätze während der Dornstadter Rettungswagen unterwegs ist, kommen weitere Rettungswagen wie bisher aus Ulm und auch die ehrenamtlichen Ersthelfergruppen werden zum Einsatz alarmiert. Nach Ablauf des Versuchsjahres werden die Daten ausgewertet, um zu erfahren, ob es sinnvoll ist, einen dauerhaften Wachenstandort in Dornstadt aufzubauen oder ob es noch bessere Lösungen für eine schnelle Hilfe im Notfall bieten zu können.

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