Zu teuer: Elternverband sieht Markendruck auf Familien beim Schulranzenkauf

Schultaschen für bis zu 400 Euro

Früher trugen Erstklässler Schultaschen ihrer Geschwister auf - und kamen damit ganz gut zurecht. Das ist schon lange nicht mehr so - und trifft vor allem ärmere Familien hart.

Der Handel hat aus Sicht des Landeselternbeirats einen Markendruck bei Schulranzen aufgebaut, dem sich Mütter und Väter nur schwer entziehen können. «Die Erstausstattung für Grundschüler ist heute ein Big Business, das hinsichtlich Material und Dekor hohe Anforderungen an die Produkte stellt», sagte Verbandschef Sebastian Kölsch mit Blick auf die bevorstehende Einschulung. Der zweifache Vater nannte die Kosten von 200 bis 400 Euro «abartig». Immer mehr Familien könnten sich das nicht mehr leisten.

Schultaschen für bis zu 400 Euro

Dass Kinder wie früher die Schultaschen ihrer Geschwister tragen oder solche hätten mit den «falschen Motiven», sei heutzutage selten der Fall. Der Vorsitzende des offiziellen Beratungsgremiums des Kultusministeriums schlägt mehr Tauschbörsen für gut erhaltene Exemplare von Viertklässlern vor. Auch Patenschaften zwischen Schulen in wohlhabenden Gebieten mit solchen in sozialen Brennpunkten seien denkbar. Die Pauschale von 130 Euro für das erste Schulhalbjahr und 65 Euro für das zweite Halbjahr, die besonders einkommensschwache Familien beantragen können, sei bei weitem nicht kostendeckend.

Eltern werden ständig zur Kasse gebeten

Neben der einmaligen Anschaffung eines Ranzens müssen die Familien die laufenden Kosten für die notwendigen Utensilien tragen, vom Turnbeutel über Malkasten und Heften. Hier rät Kölsch zur Vorgabe von einheitlichen Standards mindestens innerhalb einer jeden Schule für Hefte, die dann auch bis zur letzten Seite beschrieben werden könnten.

Der Chef des Elternbeirats monierte, dass Schulen von Eltern Anschaffungen forderten wie Lektüren oder Taschenrechner, die nach Ansicht des Landeselternbeirats unter die Lernmittelfreiheit fallen. Diese bedeutet, dass Lernmittel wie Schulbücher für die Dauer des Unterrichts kostenlos ausgeliehen werden. «Das gibt es in Baden-Württemberg oft nur auf dem Papier», klagte Kölsch.

Die Eltern würden entgegen der Verordnung zur Kasse gebeten – mit teilweise großen Unterschieden zwischen einzelnen Schulen und Schulträgern.

Das könnte Dich auch interessieren

19.10.2026 Gefährlicher Spielzeugtrend auch in Schwaben: Das solltet ihr über Squishies wissen! Sie sehen aus wie kleine Tiere, Süßigkeiten oder Obst und lassen sich beliebig zusammendrücken: Sogenannte Squishies sind bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Doch Verbraucherschützer warnen vor einigen dieser Spielzeuge. In bestimmten Produkten wurde sogar der krebserregende Stoff Benzol gefunden. Andere enthalten Chemikalien, die unter anderem die Atemwege reizen können. Die Stiftung Warentest hat deshalb vor 13.10.2026 IHK-Konjunkturumfrage: Schwabens Wirtschaft schwächelt Schlechte Aussichten für den Arbeitsmarkt in Bayerisch-Schwaben! Die Wirtschaft erholt sich nur langsam und zahlreiche Unternehmen planen weiterhin Stellen abzubauen. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Schwaben. Von 777 befragten Unternehmen wollen 22 Prozent in den kommenden Monaten Personal abbauen. Nur zwölf Prozent planen, neue Stellen zu schaffen. In der Industrie denkt sogar jedes 02.10.2026 Galeria schon wieder pleite: Was wird aus den Filialen in Ulm und Memmingen? Schon wieder schlechte Nachrichten für Galeria! Die Warenhauskette hat am Freitag (2. Oktober) beim Amtsgericht Düsseldorf erneut Insolvenz beantragt. Es ist bereits die vierte Pleite seit 2020. Betroffen sind alle 83 verbliebenen Filialen in Deutschland – darunter auch die Kaufhäuser in Ulm und Memmingen. Für Kunden ändert sich erstmal nichts: Beide Kaufhäuser bleiben vorerst geöffnet. 14.09.2026 Schulstart in Schwaben: Polizei kontrolliert verstärkt rund um Schulen Auf der baden-württembergischen Seite Schwabens beginnt heute das neue Schuljahr, auf der bayerischen Seite morgen. Allein in Bayern starten rund 132.000 Erstklässler in die Schule. Gerade für Schulanfänger ist damit vieles neu – auch der Weg zur Schule. Deshalb bittet die Polizei alle Verkehrsteilnehmer, rund um Schulen, Bushaltestellen und auf typischen Schulwegen besonders aufmerksam zu