Erfolgreiche Petition: Biberschutz wird Thema im Landtag

Biber-Debatte

Nach hoher Beteiligung muss der Landtag eine Verordnung bezüglich der Biber-Abschüsse prüfen. Bis es so weit ist, kann es aber noch dauern. Das hat einen bestimmten Grund.

14.348 Menschen haben in Baden-Württemberg eine Petition für einen stärkeren Schutz der Biber unterzeichnet. Die Initiatoren der Petition von Nabu und BUND zeigen sich in einer Pressemitteilung zufrieden. Das nötige Quorum ist erreicht, damit sich der Petitionsausschuss des Landtags dem Thema des Biber-Managements in einer öffentlichen Sitzung annehmen muss. «Diese große Unterstützung sehen wir als klaren Auftrag an die Politik zu handeln», erklärte die BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch.

Besonders intensiv werden Menschen aus dem Donauried im Alb-Donau-Kreis die Debatte verfolgen. In Langenau, Rammingen und Asselfingen leben mehr als 130 Biber. Landwirtschaftliche Flächen aber auch private Gärten leiden dort unter den Überschwemmungen durch gewaltige Staudämme der Biber.

Petition gegen den Abschuss

Hintergrund der Petition war eine Verordnung der alten grün-schwarzen Landesregierung vom Anfang des Jahres, die das bisherige Biber-Management erweitern soll. Beauftragte Fachleute sollen Biber nun vergrämen können, wenn es keine zumutbaren Alternativen gibt – schnell und ohne bürokratisches Verfahren. Als letztes Mittel können die Tiere getötet werden – aber nur, wenn die anderen Maßnahmen nicht helfen und erhebliche Gefahren oder hohe wirtschaftliche Schäden drohen.

Mit der Petition hatten sich die Umweltschützer gegen diese Verschärfungen im Biber-Management gestellt und stattdessen eine Stärkung des bestehenden und – laut den Umweltschützern funktionierenden – Biber-Managements gefordert. Der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle betonte, dass Biber einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität leisten würden.

Nützlich oder störend?

Landwirte sehen sich jedoch immer wieder mit Schäden konfrontiert, die die Tiere etwa auf ihren Feldern verursachen. Außerdem können durch Biberdämme zum Beispiel Straßen überschwemmt, Eisenbahndämme unterspült und Trinkwasserbrunnen verunreinigt werden. Zu Problemen könne es auch bei Kläranlagen, Kanälen von Wasserkraftanlagen und Hochwasserschutzbecken kommen.

Der Biber hat sich in den letzten Jahren in Baden-Württemberg wieder stark vermehrt. Inzwischen wird die Biber-Population im Land auf rund 12.400 Tiere geschätzt.

Unklar, wann Landtag sich Petition annimmt

Die Petition hatte seit dem Start des neuen Online-Portals des Landtags von Baden-Württemberg die höchste Beteiligung bisher. Wann sich der Landtag mit der Petition zum Biber-Schutz befasst, sei aber noch ungewiss. Die konstituierenden Sitzungen der Ausschüsse des neuen Landtags sind laut dem vorläufigen Sitzungsplan für Ende Juni geplant. BUND und Nabu fordern die neue Landesregierung in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung nun auf, sich der Petition und einer Überarbeitung des Biber-Managements zügig anzunehmen.

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