Erntehelfer sind keine Feldarbeiter 2. Klasse – IG BAU kritisiert Bedingungen in Ulm

Die IG BAU fordert faire Bedingungen für Erntehelfer in Ulm. Saisonkräfte hätten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro verdient – ohne Ausnahmen.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) schlägt Alarm: Saisonkräfte, die auf Feldern in und um Ulm arbeiten, werden oft schlecht bezahlt und untergebracht. Dabei sei ihre Arbeit körperlich hart – ob beim Erdbeerenpflücken, Spargelstechen oder in der Apfelernte.

IG Bau-Regionalleiter Andreas Harnack betont, dass der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde das absolute Minimum sei. „Alles darunter ist illegal und ein Fall für den Zoll“, warnt er. Die Forderung des Bauernverbands, Saisonkräften nur 80 Prozent des Mindestlohns zu zahlen, sei zum Glück vom Tisch.

mehr Respekt und bessere Bedingungen

Doch auch über den Lohn hinaus gibt es laut IG BAU Probleme: Viele der meist osteuropäischen Helfer leben in heruntergekommenen Unterkünften und zahlen dafür hohe Mieten – zusätzlich zu Abzügen für Essen, Anreise und Vermittlung. „Am Monatsende bleibt kaum etwas übrig“, so Harnack. Das dürfe nicht sein, denn: „Erntehelfer sind keine Feldarbeiter zweiter Klasse.“

Gleichzeitig erinnert Harnack daran, dass in den Niederlanden bereits ein Mindestlohn von 14,40 Euro gilt – bei funktionierendem Obst- und Gemüseexport nach Deutschland. Die IG BAU fordert daher auch hierzulande mehr Respekt und bessere Bedingungen für die Menschen, die unsere Lebensmittel ernten.

Wer auf Saisonkräfte in Not trifft, kann sich an das Netzwerk „Faire Mobilität“ wenden – mit Infos und Beratung in mehreren Sprachen.

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