Erstaufnahmeeinrichtung in Giengen soll geschlossen werden

Fast 5.000 Plätze fallen weg

Sanierungsbedarf und hohe Kosten: Die Erstaufnahme für Flüchtlinge in Giengen an der Brenz soll Anfang 2027 geschlossen werden. Das Land hat bereits einen neuen Standort im Blick.

Das Regierungspräsidium Stuttgart will die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Giengen an der Brenz Anfang 2027 schließen. Hintergrund sei ein sich abzeichnender größerer Sanierungsbedarf, teilte die Behörde mit. Falls die Einrichtung weiter betrieben würde, kämen auf das Land demnach hohe Investitionen zu. In Giengen wurden bisher rund 4.900 Geflüchtete untergebracht, darunter überwiegend Einzelpersonen und Familien.

Die Unterkunft im Landkreis Heidenheim war dem Regierungspräsidium zufolge 2020 reaktiviert worden. Während der Corona-Pandemie sollten damit beengte Verhältnisse in anderen Einrichtungen vermieden werden. Das habe damals zu einer großen Entlastung der anderen Erstaufnahmeeinrichtungen geführt, teilte Regierungspräsidentin Susanne Bay mit. «Auch zu Beginn des Ukrainekrieges war die Einrichtung sehr wichtig.»

Neue Einrichtung in Stuttgart geplant

Um die Zahl der verfügbaren Erstaufnahmeplätze stabil zu halten, treibt das Land die Planung für eine Einrichtung in Stuttgart-Weilimdorf voran. Dort sollen im Regelbetrieb bis zu 1.300 Menschen unterkommen. Weitere 500 Plätze sind als Notkapazität vorgesehen. Die Untersuchung des angebotenen Geländes und der Nutzungsmöglichkeiten läuft demnach aktuell.

Baden-Württemberg betreibt derzeit drei Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Freiburg, Sigmaringen und Karlsruhe. Die Einrichtung in Ellwangen wurde Ende 2025 geschlossen. Weilimdorf soll ihre Funktion im Regierungsbezirk Stuttgart übernehmen. Die Erstaufnahme ist Aufgabe des Landes, die anschließende Unterbringung übernehmen die Kommunen.

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