Erste Impfung in Ulm für 103-jährige Hedwig Grubbauer

103-jährige Ulmerin als Erste geimpft: Zuerst sollen die über 80-Jährigen gegen Corona geimpft werden und der Sonntag ist als Impfstart in Deutschland festgelegt worden. In Ulm hat die Vorbereitung perfekt geklappt und im Ulmer Pflegeheim Bethesda startete das mobile Impfteam mit der Impfung der 103-jährigen Hedwig Grubbauer.

Rund 30 Bewohner des Pflegeheim Bethesda wurden in den letzten Tagen von den dortigen Ärzten über die Corona-Schutzimpfung und die möglichen Nebenwirkungen umfangreich informiert. Sie sind alle über 80 Jahre alt und haben sich bewusst für die Impfung entschieden. Zum Start der Impfungen am Zentralen Impfzentrum in Ulm ist ein mobiles Impfteam in das Pflegeheim gefahren, um Erfahrungen im realen Impfbetrieb zu sammeln.

Vorbereitung perfekt geklappt

Der notwendige Impfstoff kamam späten Sonntagvormittag an der Ulmer Uni-Klinik an und wurde von Apotheker Ludwig Maier zum Impfzentrum gebracht, von dort ging es in der Kühlbox nach wenigen Minuten weiter in das Pflegeheim. Maier öffnete das erste Fläschchen mit dem begehrten Impfstoff und verdünnte es nach Herstellervorgabe mit einer Kochsalzlösung. Der fertige Impfstoff wurde auf fünf Spritzen aufgeteilt, denn jedes Fläschchen Impfstoff enthält genug Wirkstoff für fünf Patienten.

In den nächsten Tagen werden die übrigen Freiwilligen im Bethesda geimpft, neben den Bewohnern auch das Personal. Das Pflegeheim an der Donau startete, weil sich die Heimleitung intensiv um die Vorbereitung gekümmert hat. Ein letztes aufklärendes Gespräch und eine Überprüfung von Blutdruck, Körpertemperatur und Allgemeinbefinden führte der emeritierte Professor Guido Adler durch, der sich freiwillig gemeldet hat, beim Impfen aktiv zu werden. Der Ruheständler lässt sich seine Arbeit nur mit dem Betrag bezahlen, den jede andere Hilfskraft im Impfzentrum erhält, auf die übliche Bezahlung eines Arztes will er ausdrücklich verzichten.

 

Hedwig Grubbauer ist die erste Geimpfte in Ulm

Die 103-jährige Hedwig Grubbauer musste sich am Sonntag noch ein paar Minuten gedulden, bis der erste Impfstoff vorbereitet war. Die Zeit nutze die Frau, um Professor Adler zu erklären, wie man so alt wird. Ihre Söhne sind als Orthopäden tätig und sie hört manchmal auf den Rat ihrer Söhne. Aber nicht immer. Ansonsten trinkt sie keinen Alkohol und isst, was ihr schmeckt. Zweiter Impfling war der 82-jährige Reinhard Kindler, der sich ebenfalls freiwillig für die Impfung entschieden hat. Der ärztliche Direktor des Bethesda Ulm, Professor Michael Denkinger, konnte davon berichten, dass sich nahezu alle Bewohner für die freiwilligen Impfungen entschieden hatten. Für den Dienstag ist eine weitere Lieferung von 9.000 Portionen Impfstoff angekündigt, damit will das Ulmer Impfzentrum, das für die Landkreise Heidenheim, Göppingen, Biberach, Ravensburg, den Alb-Donau-Kreis und die Stadt Ulm zuständig ist, mit etwa 800 Impfungen täglich in den Regelbetrieb starten. Die Kapazität liegt bei über 1.200 Impfungen täglich und fünf Mobile Impfteams werden weitere Impfungen in Pflegeheimen durchführen. Anmelden können sich Impf-Berechtigte in Baden-Württemberg unter der kostenlosen Telefonnummer 116 117, ab Montag über das Internet und ab Januar auch in einer App auf dem Smartphone.

Text/Foto: Thomas Heckman

Das Impfzentrum Ulm - So läuft ein Besuch ab
Registrierung, Kino, ärztliches Beratungsgespräch, Impfung und Warten - das sind die Stationen, die in allen neuen Corona-Impfzentren durchlaufen werden müssen.

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