Erste Untersuchungen nach Fischsterben in der Ach

Bachforellen ersticken

Das Fischsterben in der Ach zwischen Schelklingen und Blaubeuren lässt sich bislang nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückführen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Dutzenden Bachforellen erstickt sind.

Nach Einschätzung der unteren Wasserbehörde könnten sich mehrere Faktoren gegenseitig verstärkt haben. Dazu zählen die niedrige Wasserführung, hohe Temperaturen, Sauerstoffschwankungen, organisches Material im Wasser und erhöhte Nitritwerte.

Wenig Wasser und hohe Temperaturen

Vor dem Fischsterben hatte es längere Zeit kaum geregnet und war sehr heiß. Die Ach führte deshalb nur wenig Wasser, erwärmte sich schneller und konnte weniger Sauerstoff aufnehmen.

Auch der anschließende Regen könnte eine Rolle gespielt haben. Das Wasser floss über stark aufgeheizte Straßen, Dächer und andere Flächen in die Kanalisation und möglicherweise zeitweise vergleichsweise warm in die Ach. Bachforellen reagieren empfindlich auf schnelle Temperaturanstiege.

Der Niederschlag könnte außerdem Schlamm, Pflanzenreste und anderes organisches Material in das Gewässer gespült oder aufgewirbelt haben. Beim Abbau dieser Stoffe wird zusätzlicher Sauerstoff verbraucht.

Erhöhte Nitritwerte in der Ach

In den Wasserproben wurden zudem erhöhte Nitritwerte festgestellt. Bereits kurz nach der Quelle in Urspring lag die Konzentration bei 0,03 Milligramm pro Liter. Im weiteren Verlauf stieg sie auf bis zu 0,12 Milligramm pro Liter. Nitrit kann bei Fischen den Sauerstofftransport im Körper beeinträchtigen. Empfindliche Arten wie die Bachforelle können bereits auf vergleichsweise geringe Mengen reagieren.

Da die erhöhten Werte schon deutlich oberhalb der Kläranlage gemessen wurden, kommt diese nach aktuellem Stand nicht als Ursache der Nitritbelastung infrage. Nitrit kann unter anderem beim Abbau von Pflanzenresten oder durch stickstoffhaltige Einträge entstehen.

Wasserqualität wird weiter kontrolliert

Auch das starke Wachstum des Wasserkrauts könnte die Sauerstoffversorgung beeinflusst haben. Wasserpflanzen produzieren tagsüber Sauerstoff, verbrauchen ihn aber nachts selbst. Bei wenig Wasser und großen Pflanzenmengen kann der Sauerstoffgehalt deshalb deutlich schwanken.

Welche Bedeutung die einzelnen Faktoren tatsächlich hatten, lässt sich rückblickend nicht sicher klären. Die untere Wasserbehörde will in Kürze weitere Proben aus der Ach nehmen und die Wasserqualität weiter beobachten.

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