Der Unfall geschah kurz vor halb elf Uhr vormittags. An der Einmündung Vorderdenkental kam es zur Kollision. Ein Pkw aus Richtung Vorderdenkental missachtete die Vorfahrt. Er rammte den Motorroller der Frau seitlich. Der Roller wurde über die Straße bis auf einen angrenzenden Feldweg geschleudert. Die Fahrerin stürzte vom Motorroller und wurde schwer verletzt. Zufällig vorbeikommende Menschen wurden zu Ersthelfern. Darunter war die Intensivkrankenschwester Vanessa Schmidt. Sie übernahm sofort die Koordination der Hilfe.
Die Helfer teilten sich auf. Einige kümmerten sich um den geschockten Autofahrer. Vanessa Schmidt versorgte die schwerverletzte Rollerfahrerin. Andere Helfer hatten die Frau bereits in die stabile Seitenlage gebracht. Das war eine korrekte und wichtige erste Maßnahme. Doch Schmidt bemerkte schnell ein gravierendes Problem. Die Atmung der Frau wurde immer schwächer. Die Krankenschwester erkannte die lebensbedrohliche Situation. „Ich bin Ersthelferin“, sagte sie später. „Ich hab dann gleich gemerkt, dass die Dame Schnappatmung hat.“ Dabei hat der Betroffene tiefe, schnappende Atemzüge und lange Atempausen. Für sie war klar, was zu tun war. „Und hab sie daraufhin halt reanimiert.“
Die Situation erforderte schnelles und entschlossenes Handeln. Schmidt begann sofort mit der Herzdruckmassage. Ihre berufliche Erfahrung half ihr dabei enorm. Sie musste nicht lange überlegen. „Dadurch, dass ich die Ausbildung hab, war das für mich einfach reagieren, einfach machen.“ Während der Untersuchung fiel eine weitere Verletzung auf. Die Frau hatte eine stark blutende Wunde am Bein. Die Blutung musste dringend gestoppt werden. Ein Abbinden war die einzige Lösung.
Doch es fehlte an Material. Keine der anwesenden Frauen trug einen Gürtel. Ein anderer Ersthelfer konnte aushelfen. Er ist bei der Freiwlligen Feuerwehr aktiv, war jedoch beruflich unterwegs und ebenfalls zufällig vorbeikommend zum Ersthelfer geworden. Er zögerte nicht und spendete seinen Gürtel. Damit konnte das Bein der Verletzten abgebunden werden.
Die Reanimation war währenddessen erfolgreich. Kurz darauf trafen professionelle Rettungskräfte ein. Ein zufällig vorbeikommender Krankenwagen stoppte. Zwei Sanitäter unterstützten die Erstversorgung sofort.
Der Notarzt vom Ulmer Rettungshubschrauber „Christoph 22“ traf gemeinsam mit einem Rettungswagen ein. Er setzte die medizinische Versorgung fort. Die Zusammenarbeit der vielen Helfer funktionierte vorbildlich. Auch ein bayerischer Streifenpolizist war zufällig vor Ort. Gemeinsam sicherten sie die Unfallstelle ab. Sie sorgten für die bestmögliche Versorgung der Betroffenen.
Die schwerverletzte Rollerfahrerin wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Notarzt begleitete den Transport. Der Unfallverursacher stand unter Schock. Er wurde von zwei Notfallseelsorgern betreut. Sie helfen ihm, das Geschehene zu verarbeiten. Die Verkehrspolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die genaue Schadenhöhe ist noch unklar. Die Bundesstraße war für knapp drei Stunden blockiert. Der Verkehr wurde umgeleitet. Abschleppwagen mussten beide Fahrzeuge bergen.
Vanessa Schmidt appelliert an alle Bürger. Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse können Leben retten. „Einmal jährlich oder spätestens alle zwei Jahre vielleicht mal zu einem Reanimationskurs“, empfiehlt sie. „Ich empfehle es nur, dass man es wirklich regelmäßig wenigstens versucht.“ Ihr spontaner Einsatz hat die Motorrollerfahrerin vor schwersten Schäden bewahrt.