Falsche Polizisten ergaunern 125.000 Euro

Das Opfer war eine alte Dame

Telefonbetrüger haben eine alte Dame in Memmingen um Schmuck und Geld im Wert von 125.000 Euro gebracht. Das teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West mit.

Eine Seniorin erhielt den Anruf von der vermeintlichen Kriminalpolizei. Die Anrufer teilen dabei mit, dass Einbrecher festgenommen worden seien. Bei ihnen wäre eine Liste mit weiteren Einbruchsopfern aufgefunden worden. Das Opfer wurde bereits seit vergangenen Dienstag von den Betrügern telefonisch kontaktiert und unter Vorspiegelung der falschen Tatsachen zu einer Geldübergabe überredet. Letztendlich hob die Seniorin bei einer Bank am St.-Josefs-Kirchplatz das Geld ab und übergab es an einen Abholer. Erst am Donnerstagmorgen (14.04.2022) wurde die Frau misstrauisch und verständigte die Polizeiinspektion Memmingen.

Zwischenzeitlich hat die Kriminalpolizei Memmingen die weiteren Ermittlungen übernommen. Sie sucht in diesem Zusammenhang nach Zeugen, die insbesondere im Bereich des St.-Josef-Kirchplatzes am vergangenen Mittwoch zwischen 11.15 Uhr und 11.45 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat.

Die Fragen

Zwischenzeitlich hat die Kriminalpolizei Memmingen die weiteren Ermittlungen übernommen. Sie sucht in diesem Zusammenhang nach Zeugen: Wer hat insbesondere im Bereich des St.-Josef-Kirchplatzes am vergangenen Mittwoch zwischen 11.15 Uhr und 11.45 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen?

Zudem liegt eine Personenbeschreibung des Geldabholers vor, der der Seniorin gegen 12:45 Uhr im Bereich der Laberstraße gegenübertrat: Er wird als ca. 30-jähriger Mann beschrieben, etwa 170 bis 180 cm groß und von hagerer Statur. Der Mann war dunkel gekleidet. Besonders auffällig waren der getragene dunkle Mantel und eine dünne Sportmütze. Er trug eine Mund-/Nasenschutz-Maske.

Wem ist diese Person aufgefallen?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Memmingen unter der Rufnummer 08331/100-0 entgegen.

Die Masche

Die äußerst professionellen und sehr sprachgewandten Anrufer stellen sich als Polizeibeamte, oder auch andere behördliche Vertreter vor. Durch geschickte Manipulation und wiederholte, teils über Tage dauernde Kontaktaufnahme gelingt es ihnen, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen. Um sich zu legitimieren wird das Opfer teils aufgefordert bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.

Trennen Sie also die Verbindung durch Auflegen und wenden sie sich an die Notrufnummer 110, wenn möglich von einem anderen Telefon. Lassen Sie sich nicht verbinden!

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen.

Die Zahlen

Die gute Nachricht: die Schadenssummen sinken im Bereich des Präsidiums deutlich. Registrierte die Polizei im Jahr 2021 noch mehr als 340.000 Euro, die die Gauner mit der Masche des „Falschen Polizeibeamten“ erbeuteten, so sind es bislang etwas mehr als 45.000 Euro. Im Landkreis Memmingen ist der vorliegende Fall bislang der einzige erfolgreiche in diesem Jahr, letztes Jahr registrierte die Polizei gar keinen erfolgreichen.

Die schlechte Nachricht: Noch immer ergaunern die Betrüger hohe Summen von ihren Opfern. Vom klassischen Fall eines „Abholers“, wie im vorliegenden Fall, wenden sich die Täter immer mehr an und erfinden neue Maschen, so zurzeit die falschen Europol-, Interpol- und BKA-Beamten.

Die Hinweise

Die Kripo Memmingen rät eindringlich:

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