In einer Schönheitsklinik in Konstanz soll ein 28-Jähriger zwischen Anfang März und Mitte April insgesamt 470 Behandlungen durchgeführt haben. Dabei ging es vor allem um Hyaluron-Spritzen, mit denen beispielsweise Lippen und andere Gesichtspartien aufgepolstert werden. Das Problem: Laut Anklage war der Mann überhaupt kein zugelassener Arzt. Seit Montag (19. Oktober) muss er sich deshalb vor dem Landgericht Konstanz verantworten.
Um den Job in der Praxis zu bekommen, soll der Mann gefälschte Arztzeugnisse und eine gefälschte Zulassung vorgelegt haben. Auch seinen Patientinnen soll er vorgespielt haben, ein ausgebildeter Arzt zu sein. Tatsächlich soll er lediglich eine Ausbildung zum Rettungssanitäter aus dem Jahr 2018 abgeschlossen haben.
Dem 28-Jährigen werden unter anderem Betrug, Urkundenfälschung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Seit Ende April sitzt er in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage geplant. Ein Urteil könnte bereits am 28. Oktober fallen.
Ob und welche gesundheitlichen Folgen die Behandlungen hatten, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.