Die Allgemeinarztpraxis in Ziemetshausen nähert sich der Marke von 1.000 Tagen seit ihrer Eröffnung. Seit Anfang 2024 übernimmt die Praxis einen wichtigen Teil der hausärztlichen Versorgung in der Marktgemeinde und im oberen Zusamtal. Mittlerweile sind dort nach Angaben der Betreiber annähernd 4.000 Patienten registriert. Geleitet wird die Praxis von Dr. Julia Lessing. Organisatorisch gehört sie als Filialpraxis zum chirurgischen Medizinischen Versorgungszentrum der Klinik Günzburg und wird von der Ambulante Medizin GmbH betrieben, einer Tochter der Kreiskliniken Günzburg-Krumbach.
Vor der Eröffnung war die Zukunft der hausärztlichen Versorgung in Ziemetshausen längere Zeit unklar. Die Praxis von Dr. Jutta Schmid hatte 2022 geschlossen. Anschließend hatte Peter Feil die Versorgung vorübergehend übernommen. Die Gemeinde unterstützte den Aufbau der neuen Praxis finanziell und organisatorisch. Für Bürgermeister Ralf Wetzel ist vor allem wichtig, dass die medizinische Versorgung direkt vor Ort erhalten bleibt und Patienten für einen Arztbesuch nicht erst weitere Strecken zurücklegen müssen. Inzwischen hat sich die Praxis nach Angaben der Verantwortlichen als feste Anlaufstelle etabliert. Wenn Dr. Lessing wegen Urlaub oder Krankheit ausfällt, übernehmen andere Ärzte die Vertretung. Dazu gehört auch der frühere Praxisinhaber Peter Feil, der eigentlich bereits im Ruhestand ist.
Das medizinische Angebot geht über eine klassische Hausarztsprechstunde hinaus. Dazu gehören unter anderem EKG und Langzeit-EKG, Lungenfunktionstests, Ultraschalluntersuchungen sowie die Behandlung und Kontrolle von Bluthochdruck. Außerdem werden Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Behandlungsprogramme für chronisch Kranke und die Versorgung von Wunden angeboten. Zum Angebot gehören auch Hausbesuche, die Betreuung von Patienten in Pflegeheimen sowie Kindervorsorgeuntersuchungen ab der U3. Dr. Lessing führt zudem die medizinische Vorsorgeuntersuchung für Feuerwehrleute durch, die für das Tragen von schwerem Atemschutz notwendig ist. Falls eine ambulante Behandlung nicht ausreicht, soll die Verbindung zu den Kreiskliniken Günzburg-Krumbach die weitere Behandlung erleichtern.
Als nächster Schritt ist eine Videosprechstunde vorgesehen. Damit sollen bestimmte Arzttermine künftig auch von zu Hause aus möglich sein. Gerade bei Infektionskrankheiten könne dadurch beispielsweise vermieden werden, dass ansteckende Patienten für ein Gespräch in die Praxis kommen müssen. Am Freitag, den 2. Oktober, lädt die Allgemeinarztpraxis außerdem ab 14.30 Uhr zu einem „Nachmittag der Gesundheit“ in die Ziemetshauser Taferne ein. Geplant ist auch eine kleine medizinhistorische Ausstellung. Die Veranstaltung findet im Rahmen des 900-jährigen Jubiläums der Marktgemeinde statt.