Einzelne Wildschweine in Oberschwaben sind auch fast 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl teilweise noch radioaktiv belastet. Das berichtet der swr. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg (CVUA) hat demnach in einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass vor allem im nördlichen Oberschwaben vereinzelt erhöhte Cäsium-Werte gemessen wurden. Besonders betroffen seien Gebiete in den Landkreisen Biberach und Ravensburg, wo einzelne Tiere mit bis zu 5.000 Becquerel pro Kilogramm belastet waren – der zulässige Grenzwert liegt bei 600 Becquerel.
Diese Belastung sei nicht flächendeckend, sondern auf bestimmte Regionen beschränkt, so das Veterinäramt des Kreises Biberach gegenüber dem swr. Dort sowie im Schwarzwald würden daher erlegte Wildschweine aus Risikogebieten systematisch auf Radioaktivität untersucht. Im vergangenen Jahr überschritt im Kreis Ravensburg jedes fünfte untersuchte Wildschwein den Grenzwert, im Kreis Biberach jedes sechste. Tiere, die die zulässige Strahlenbelastung überschreiten, würden aus dem Verkehr gezogen und entsorgt.
Um sicherzustellen, dass kein belastetes Wildfleisch in den Handel gelangt, gibt es in Baden-Württemberg seit 2006 ein Überwachungssystem, heißt es weiter. In bekannten Risikogebieten müsse jedes erlegte Wildschwein untersucht werden, während in weniger betroffenen Regionen stichprobenartige Kontrollen durchgeführt würden. Auch Fleischproben aus Gaststätten und Metzgereien würden überprüft.