Hintergrund der Aktion ist die Sicherheit auf der stark befahrenen Fernstraße im Raum Ulm. Theresa Stützle von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm begleitet den Einsatz vor Ort. „Wir haben das Augenmerk unter anderem auf Gefahrgutkontrollen gesetzt“, erklärt die Polizeisprecherin. Bei Unfällen mit Gefahrguttransporten bestehe schließlich „ein deutlich höheres Gefahrenpotenzial“ für alle Beteiligten. „Um entsprechende Verstöße rechtzeitig erkennen zu können, werden auch diese Schwerpunktkontrollen bei uns durchgeführt“, betont Stützle.
Bei den Kontrollen achten die Spezialisten auf viele Details. Oft fehle an den Lastwagen die erforderliche Bezeichnung oder sie passe nicht zur Ladung. Zudem werde „die Ladung an sich nicht korrekt gelagert“, beschreibt Sprecherin Stützle typische Mängel. Auch die Arbeitszeiten fallen oft negativ auf. „Was bei vielen Lkw-Fahrern zusätzlich noch auftritt, sind einfach die Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten.“ Genau das zeigt sich am Mittwoch: Achtmal beanstandet die Polizei die Ladungssicherung, hinzu kommen diverse Ruhezeitverstöße.
Einen dreisten Fall decken die Beamten bei einem Sattelzug auf, der Textilballen geladen hat. Das Fahrzeug ist über 2,75 Meter breit statt der erlaubten 2,55 Meter. Dieser zusätzliche Laderaum erspart dem Unternehmen weitere Transporte. Diesen gesparten Aufwand zieht die Polizei in einem Einziehungsverfahren gegen den Halter ein. Ein Kleintransporter fällt ebenfalls auf: Statt maximal 3,5 Tonnen wiegt er 4,6 Tonnen. Für diese massive Überladung droht ein Bußgeld, die Polizisten untersagen die Weiterfahrt. Ein Ersatzfahrzeug rückt an, um die überschüssige Fracht umzuladen.
Die meisten Verstöße vereint ein litauischer Sattelzug auf sich, der Akkus in Pappkartons auf Paletten geladen hat. Beim Niederzurren dieses Gefahrguts mit Gurten hat der Fahrer die Verpackung beschädigt. Das verstößt gegen Gefahrgutvorschriften, obwohl erforderliche Kantenschoner in den Staukästen des Aufliegers liegen. Auch vorhandene Antirutschmatten aus dem Staukasten fehlen unter den Holzpaletten auf dem Holzboden. Zudem sind mehrere Zurrgurte durch Einreißungen und Überdehnungen ablegereif und nicht mehr verwendbar. Die Polizei stoppt die Fahrt, bis der Fahrer rund zwei Dutzend neue Zurrgurte beschafft hat. Seine Fahrerkarte zeigt zudem in den geprüften 57 Tagen mindestens 19 Auffälligkeiten bei den Ruhezeiten. Ob hier Bedienfehler oder tatsächliche Verstöße vorliegen und ob das Tempo passte, prüft die Polizei im Nachgang.
Dennoch fällt das Fazit zu den Gefahrguttransporten positiv aus. „Die Polizei kann jetzt heute für die Kontrolle tatsächlich positiv berichten“, sagt Theresa Stützle. „Bislang sind keine gravierenden Verstöße gerade im Bereich der Gefahrgutkontrollen festgestellt worden.“ Die Gefahrgut-Lkw waren technisch in gutem Zustand, doch weitere Kontrollen folgen.