Generalstaatsanwalt ermittelt nach Cyberattacke auf Gemeinden

Alleine im Kreis Neu-Ulm sind 11 Gemeinden betroffen

Online-Erpressung ist ein weltweit boomendes kriminelles Geschäft. Die Täter greifen nicht nur Unternehmen an, sondern auch staatliche Einrichtungen.

Nach einer Cyberattacke auf zwölf schwäbische Gemeinden ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg. Das sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde am Freitag auf Anfrage.

Die zwölf Gemeinden – elf im Kreis Neu-Ulm und eine im Kreis Augsburg – betreiben in einem kommunalen Zweckverband ein gemeinsames Rechenzentrum, das der oder die Täter verschlüsselt haben, inklusive des Zugangs zur Kassensoftware.

Einzelheiten zu dem Ermittlungsverfahren nannte die Generalstaatsanwaltschaft nicht. Die Bamberger Behörde übernimmt mit ihrer «Zentralstelle Cybercrime» herausgehobene Ermittlungsverfahren in diesem Bereich.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Rathäusern der zwölf Gemeinden haben nun auf viele Daten und Anwendungen keinen Zugriff mehr. «Betroffen sind das Einwohnermeldewesen – An- und Abmeldungen, Pässe, Ausweise, Wahlen, etc. – die Haushalts- und Kassensoftware sowie die Friedhofssoftware», antwortete Mathias Stölzle, der Vorsitzende des Zweckverbands und Erster Bürgermeister der Gemeinde Roggenburg.

«In diesen Bereichen kann derzeit keine Dienstleistung angeboten werden.» Beispielsweise könnten keine Verbrauchsgebühren abgebucht werden, auch die Bewirtschaftung von Haushaltsstellen sei nicht möglich. «Dringende Rechnungen werden selbstverständlich bezahlt, halt „analog“», schrieb Stölzle. Laut Website des Zweckverbands übernimmt das Rechenzentrum kommunale Dienstleistungen für etwa 40 500 Einwohner der angeschlossenen Gemeinden.

Bei der Attacke handelt es sich mutmaßlich um einen der häufigen Fälle von Cyber-Erpressung. Die Täter verschlüsseln mit «Ransomware» genannter bösartiger Software die angegriffenen Rechnersysteme und verlangen anschließend Geld für die Entsperrung.

«Eine konkrete Lösegeldforderung ist nicht benannt, auf dem Server befindet sich eine Text-Datei, die zur Kontaktaufnahme über eine zu installierende Software auffordert», erklärte Bürgermeister Stölzle dazu. «Wir haben den Kontakt nicht aufgenommen.»

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft gibt es keine Statistik, wie viele Kommunen in Bayern bislang von Ransomware-Attacken getroffen wurden. Die Bedrohungslage sei aber sowohl für gewerbliche Betriebe wie für öffentliche Einrichtungen hoch, sagte der Sprecher.

Hinter Ransomware-Attacken stehen häufig organisierte Banden. Wer die zwölf schwäbischen Gemeinden attackiert haben könnte, ist bislang unbekannt. Wann das Rechenzentrum wieder in Betrieb gehen kann, steht nach Worten von Bürgermeister Stölzle noch nicht fest. «Die technische Infrastruktur wird bis Montag komplett neu aufgebaut und weitestgehend einsatzfähig sein», schrieb der Chef des Zweckverbands in seiner Antwort auf die Anfrage. «Die Frage des verschlüsselten Datenbestandes wird sich nicht so schnell lösen lassen.»

Das könnte Dich auch interessieren

11.04.2025 Ulm/Neu-Ulm: Neuer Wohnmarktbericht 2025 ist da 11.04.2025 Bus-Geschäft von Daimler Truck legt ordentlich zu Elektrobusse werden im innerstädtischen europäischen Nahverkehr immer wichtiger. Der Chef von Daimler Buses, Till Oberwörder, sagte in Leinfelden-Echterdingen: «In Europa betrugen 2024 die gesamten Zulassungen über alle Hersteller bei Stadtbussen mit Elektroantrieb bereits über 50 Prozent.» Das Unternehmen kündigte an, dass es seinen Service rund um den Bus mit dem alternativen Antrieb erweitern wolle. Beispielweise 07.04.2025 Neu-Ulm: Unterricht in der alten Grundschule Burlafingen geht weiter Ende der Woche geht eine Ära zu Ende. Die Grundschule Burlafingen stellt den Schulbetrieb am alten Standort ein und zieht um. Nach Ostern werden  die Kinder dann in einem nagelneuen Schulgebäude unterrichtet. Und die alte Grundschule, was passiert mit ihr? Sie wird für die nächsten zweieinhalb Jahre vermietet und zwar an die Grundschulen Nersingen und 04.04.2025 Neu-Ulm: Polizei taucht nach der Tatwaffe Seit dem frühen Freitagmorgen sind mehrere Taucher der Polizei in der Kleinen Donau in Neu-Ulm unterwegs und suchen noch nach der Tatwaffe des tödlichen Streits am Mittwochabend. Ein 24-Jähriger wurde gegen 23 Uhr in der Donaustraße so schwer verletzt, dass er kurz darauf in einem Krankenhaus starb. Polizei setzt auf Taucher und Metalldetektoren Schon unmittelbar