Geschlechtergerechte Studien- und Berufswahl: Ulm tritt Initiative "Klischeefrei" bei

Die Stadt Ulm ist der bundesweiten Initiative „Klischeefrei“ beigetreten. Damit geht Ulm einen weiteren Schritt gegen Rollenstereotype und Vorurteile und unterstreicht so den eigenen Anspruch, jungen Menschen bei der Stadt Ulm eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees anzubieten. Die Stadt sei dabei bereits auf einem guten Weg, heißt es in einer Mitteilung, es seien bereits viele Frauen in sogenannten Männer-Berufen eingestellt worden.




Die Unterzeichnung der Selbstverpflichtung ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Diversität und gegen Geschlechterklischees im Personalmanagement, so die Stadt Ulm in einer Mitteilung. „Die Umsetzung einer geschlechtersensiblen Berufs- und Studienorientierung hilft uns dabei, motivierte Fachkräfte zu finden, die ihren Beruf mit Leidenschaft gewählt haben und ausüben“, erklärt Bürgermeister Martin Bendel. Die Stadtverwaltung sieht sich hier in einer Vorbildfunktion. Durch das Ausbildungsangebot und Personalmanagement können Geschlechterklischees aufgebrochen werden.

Geschlechtergerechte Studien- und Berufswahl

Aktuell erarbeitet das Sachgebiet Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Zusammenarbeit mit Partnern in der Verwaltung und Stadtgesellschaft ein Vielfaltskonzept. „Die Vielfalt der Berufsmöglichkeiten bei der Stadt soll allen Interessierten geschlechtergerecht präsentiert werden.“ so Anna Sonntag vom entsprechenden Sachgebiet.

Die Stadt Ulm ist hier bereits auf einem guten Weg. „Wir haben vor allem dieses Jahr viele Frauen in Berufen, in denen es bisher viel mehr Männer gibt, eingestellt“, sagt Franziska Schmid von der Zentralen Ausbildungsstelle. Es besteht aber noch weiterhin Handlungsbedarf, so ist der Unterschied im Geschlechterverhältnis in manchen Arbeitsbereichen immer noch groß. In Zukunft sollen Jugendliche angesprochen und ermutigt werden, Rollenklischees kritisch zu hinterfragen und Berufe zu ergreifen, die zu ihnen passen. Dabei sollen sie sich nicht von Geschlechterstereotypen leiten lassen, sondern den Beruf entsprechend ihrer Talente und Interessen wählen.

Initiative „Klischeefrei“

Die Initiative „Klischeefrei“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus Politik, Wirtschaft und Forschung, um jungen Menschen eine Berufs- und Studienwahl ohne Geschlechtergrenzen zu ermöglichen. Ziele der Initiative sind die Bündelung von Informationen, die Vernetzung von Aktiven und Interessengruppen sowie das Herausstellen relevanter Maßnahmen, die dazu beitragen, das Berufs- und Studienwahlspektrum von jungen Menschen zu erweitern und Schritt für Schritt die geschlechtliche Konnotation der Berufe bundesweit abzubauen.

Die Initiative ist aus dem Expertinnen- und Expertenkreis „Geschlechtergerechte Studien- und Berufswahl“ hervorgegangen, der 2014 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit inzwischen fast 350 Partnerinnen und Partnern fördert die Initiative „Klischeefrei“ die Vernetzung, den Informations- und Wissenstransfer und macht Beispiele guter Praxis sowie Rollenvorbilder auf dem eigenen Fachportal sichtbar. Schirmherrin der Initiative ist Deutschlands „First Lady“ Elke Büdenbender.

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