Ein neues Forschungsprojekt geht genau dieser Frage nach – und wird dafür mit 3,4 Millionen Euro gefördert. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützte Projekt „TrophicHealth“ wird von der Universität Ulm geleitet. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich organische Düngung auf die Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen entlang der Nahrungskette auswirkt.
Nutztiere liefern nicht nur Lebensmittel wie Milch, Fleisch und Eier, sondern auch wertvollen organischen Dünger. Doch genau hier liegt auch ein Risiko: Über Gülle aus der intensiven Tierhaltung können Antibiotikarückstände und fremde Mikroben in den Boden gelangen und das natürliche Gleichgewicht stören.
„Mögliche Folgen sind die Ausbreitung von Mikroben, die schädlich sind für Pflanzen, Tiere oder Menschen“, erklärt Projektleiterin Simone Sommer. Besonders problematisch seien antibiotikaresistente Erreger, die sich immer schwerer behandeln lassen. Auch sogenannte zoonotische Krankheitserreger, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können, spielen dabei eine Rolle.
Die Untersuchungen finden unter anderem rund um Biberach an der Riß, auf der Schwäbische Alb sowie im Raum Münster statt. Landwirte aus diesen Regionen stellen dafür ihre Flächen zur Verfügung und werden aktiv in das Projekt eingebunden.
Die Forschenden analysieren Böden, Pflanzen und Tiere entlang der gesamten Nahrungskette. Untersucht werden unter anderem Mikroorganismen in Regenwurmkot, aber auch in Feldmäusen und Honigbienen. Zusätzlich nehmen sie Oberflächengewässer und Abwässer in Kläranlagen unter die Lupe.Langfristig wollen die Beteiligten konkrete Handlungsempfehlungen für Landwirtschaft und Politik entwickeln. Ziel ist es, eine Balance zu finden: zwischen produktiver Landwirtschaft, gesunden Böden und möglichst geringen Risiken für Mensch und Tier.