In Ulm wird derzeit an allen Ecken gebaut – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Großprojekte wie der Umbau der B10, der Ersatzneubau der Adenauerbrücke, der Gänstorbrücke und die Sanierung der Wallstraßenbrücke bestimmen das Stadtbild ebenso wie zahlreiche kleinere Maßnahmen an Straßen, Gleisen und Leitungen. Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher verteidigt den enormen Aufwand mit einer klaren Botschaft: „Wir machen die Stadt fit für die Zukunft.“
Eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt, die B10, wird an mehreren Stellen aufwendig saniert. Besonders im Fokus steht dabei der Bereich zwischen IKEA-Ausfahrt und Hornbach. In mehreren Etappen – die letzte von Anfang September bis Ende Oktober – wird hier die Fahrbahn grundlegend erneuert. Gleichzeitig entsteht dort bis Ende November mit dem sogenannten „Car-toffel“-Projekt (weil es aussieht wie eine Kartoffel und für Autos, also cars ist) eine neue Unterführung, um die Verkehrsströme im Westen Ulms zu entlasten.
Ein zentraler Stichtag ist der 29. November 2025. Dann soll nicht nur der neue Cartoffel freigegeben werden, sondern gleichzeitig wird auch die Wallstraßenbrücke im Westen Ulms voll gesperrt – der Auftakt für deren Abriss und Ersatzneubau. Für die Stadt ist das ein Nadelöhr mit Ansage, das allerdings gut vorbereitet wird.
Bereits in vollem Gange ist der Neubau der Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm. Verzögerungen gab es durch Kampfmittelfunde und unterirdische Störkörper. In den nächsten Wochen wird es zu weiteren Sperrungen kommen – etwa bei Rodungsarbeiten im Herbst sowie bei Nachtarbeiten an der B10. Auch der Rad- und Fußverkehr wird teils großräumig umgeleitet.
Parallel dazu modernisiert die SWU das Gleisnetz. In der Wagnerstraße wurden in einer Rekordzeit von 70 Stunden rund 250 Meter feste Fahrbahn samt Bahnübergang neu gebaut. Bis Ende Juli soll die Straße auch für den Autoverkehr wieder komplett offen sein. In der Schwamberger Straße (Willy-Brandt-Platz) steht die nächste Gleiserneuerung ab August an – inklusive Sperrungen, Umleitungen und Schienenersatzverkehr.
Auch unter der Erde wird gearbeitet: Die Fernwärme Ulm (FUG) verlegt neue Leitungen im Dichterviertel, in der Heidenheimer Straße und der Örlinger Straße. Teilweise bleibt es bis in den Herbst hinein bei Sperrungen oder einseitigen Verkehrsführungen.
Was vielen Verkehrsteilnehmern als Dauerbaustelle erscheint, ist im Vergleich mit anderen Städten ein überdurchschnittlicher Kraftakt: Mit geplanten Investitionen von über 1.100 Euro pro Einwohner liegt Ulm landesweit an der Spitze.
Trotz all der Baustellen betont OB Ansbacher: „Uns ist wichtig, dass die Erreichbarkeit immer gewährleistet bleibt.“ Dafür sorgen ein eng abgestimmtes Baustellenmanagement, umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und regelmäßige Anpassungen bei der Verkehrsführung.
Die Vision dahinter: ein modernes, klimafreundliches und zukunftsfähiges Ulm.