Ein Großbrand zerstörte am Freitagnachmittag einen Bauernhof in Blaubeuren. Das Feuer brach kurz vor 16 Uhr in einem Stallgebäude aus. Es griff schnell auf das Wohnhaus über. Die Ursache ist noch unklar. Ein Großaufgebot an Helfern kämpfte stundenlang gegen die Flammen. Fünf Menschen wurden dabei leicht verletzt. Der Sachschaden ist immens und geht wohl in die Millionen.
Die gewaltige Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Sie stand schwarz über den Hessenhöfen bei Blaubeuren. Selbst im 20 Kilometer entfernten Ulm war sie zu sehen. Auf den Hessenhöfen war in einem landwirtschaftlichen Anwesen ein Feuer ausgebrochen. Das Gebäude diente als Stall und Werkstatt. Ein 28-jähriger Bewohner versuchte noch, ein brennendes Fahrzeug aus der Werkstatt zu fahren. Er verletzte sich dabei leicht und wurde vom Rettungsdienst versorgt. Die Flammen breiteten sich aber rasend schnell aus. Gelagertes Heu und Stroh boten dem Feuer reichlich Nahrung.
Die Löscharbeiten gestalteten sich von Beginn an extrem schwierig. Ein Blechdach mit Photovoltaikanlage machte einen Löschangriff von oben nahezu unmöglich. Erst als Teile des Daches durchgebrannt waren, konnten die Kräfte das Feuer von oben bekämpfen. Dafür kamen zwei Drehleitern aus Blaubeuren und Laichingen zum Einsatz. Zuvor versuchte die Feuerwehr, das Wohnhaus mit einer Riegelstellung zu schützen. Die enorme Hitzestrahlung ließ diesen Versuch jedoch scheitern. "Das Feuer hatte leider einen sehr dynamischen Verlauf", erklärte Oliver Burget. Er ist stellvertretender Kreisbrandmeister des Alb-Donau-Kreises.
Die Flammen sprangen schließlich auf den Dachstuhl des Wohngebäudes über. Dieser brannte anschließend vollständig aus. Glücklicherweise befand sich niemand im Haus. Den Einsatzkräften gelang es aber, das Erdgeschoss zu retten. Auch der größte Teil des ersten Stocks blieb vor dem Feuer verschont. Die Pferde des Hofes waren auf einer nahen Koppel in Sicherheit. Sie wurden von Nachbarn betreut und blieben unverletzt. Allerdings verletzten sich drei zivile Helfer bei den Rettungsarbeiten leicht. Ein Feuerwehrmann erlitt zudem einen hitzebedingten Kreislaufkollaps.
Über 200 Einsatzkräfte kämpften gemeinsam gegen den Brand. Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdienst waren vor Ort. Die Wasserversorgung auf dem abgelegenen Gehöft war eine besondere Herausforderung. Ein vorbereiteter Einsatzplan der Feuerwehr Blaubeuren half dabei. Tanklöschfahrzeuge aus Blaustein und Ulm brachten dringend benötigtes Wasser. Ein Wechsellader aus Blaustein fasste 10.000 Liter. Der Tanklastzug der Ulmer Feuerwehr transportierte sogar 25.000 Liter. Das nahe Tagungszentrum stellte zwei Zisternen zur Verfügung.
Eine entscheidende Rolle spielten die Landwirte aus der Umgebung. Sie eilten sofort mit großen Wasseranhängern zur Brandstelle. Teilweise konnten sie 20.000 Liter Wasser auf einmal transportieren. "Es funktioniert ja hervorragend, dass die Landwirte sich einander helfen", lobte Burget die Kooperation. An zwei Punkten wurde die Wasseranlieferung koordiniert. Das Wasser wurde in großen Behältern zwischengelagert. So konnten die Drehleitern und zahlreiche Strahlrohre versorgt werden. Die Drohnenstaffel des Alb-Donau-Kreises lieferte Bilder aus der Luft. Eine fliegende Wärmebildkamera half, gezielt Glutnester aufzuspüren.
Eine besondere Unterstützung leistete das Technische Hilfswerk (THW). Zufällig findet bei Laupheim eine landesweite Übung statt. Dadurch waren schwere Räumfahrzeuge schnell verfügbar. Ein Kettenbagger des THW Pforzheim wurde nach Blaubeuren geschickt. Er trug das eingestürzte Blechdach ab. So konnte das brennende Stroh aus dem Obergeschoss entfernt werden. Ein Radlader des THW Ofterdingen, südlich von Tübingen, transportierte abgelöschte Teile weg. Das schaffte wichtigen Platz für die Löscharbeiten. Die Helfer im Bagger waren durch eigene Atemluftsysteme geschützt. Auch ein großer Kettenbagger eines örtlichen Bauunternehmers trug gezielt Gebäudeteile ab.
Während der Arbeiten kam es immer wieder zu lauten Explosionen. In der Werkstatt gelagerte Gasflaschen detonierten durch die Hitze. "Wir haben im Hintergrund gerade gehört, wie noch eine Druckgasflasche zerknallt ist", berichtete Burget während eines Pressegesprächs. Auch ein Öltank könnte dem Feuer weitere Nahrung gegeben haben. Fachberater für Bau des THW beurteilten permanent die Statik der Ruinen. So wurde ein koordinierter Abriss zur Gefahrenabwehr möglich. Der Rettungsdienst war mit 20 Kräften vor Ort. Später übernahmen ehrenamtliche Helfer des DRK. Die Löscharbeiten zogen sich bis in den Samstag. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.