Grüne fordern 200 Millionen Euro für Klimaanlagen in Bayern

Nach den jüngsten Hitzewellen fordert Bayerns Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze ein Sofortprogramm für Klimaanlagen. 200 Millionen Euro sollen vor allem Schulen, Kitas, Kliniken und Altenheimen zugutekommen.

Bayerns Grüne wollen Schulen, Kitas, Krankenhäuser und Altenheime besser gegen extreme Hitze ausstatten. Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze fordert dafür ein Sofortprogramm in Höhe von 200 Millionen Euro. Finanziert werden soll es mit zusätzlichem Geld, das Bayern voraussichtlich über den Länderfinanzausgleich erhält.

Die Mittel sollen nach dem Willen der Grünen möglichst unkompliziert an Städte, Gemeinden und Landkreise weitergegeben werden. Diese könnten damit Klimaanlagen in besonders stark von Hitze betroffenen Einrichtungen einbauen lassen.

Abkühlung für Kinder, Kranke und ältere Menschen

Schulze begründet ihre Forderung mit den Belastungen durch immer häufigere und stärkere Hitzewellen. Temperaturen von mehr als 30 Grad in Klassenzimmern erschwerten das Lernen, Beschäftigte würden belastet und Einrichtungen könnten im Extremfall schließen müssen.

Auch Kliniken und Altenheime müssten besser auf hohe Temperaturen vorbereitet werden. Solaranlagen auf den Dächern der Gebäude könnten nach Ansicht der Grünen einen Teil des benötigten Stroms für die Kühlung liefern.

Juni war außergewöhnlich heiß

Der Juni 2026 war in Bayern nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nur 2003 wurden demnach noch höhere Durchschnittstemperaturen gemessen. In der zweiten Monatshälfte erlebte der Freistaat eine außergewöhnliche Hitzewelle.

Für Schulze ist Hitzeschutz deshalb nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch des Gesundheits- und Arbeitsschutzes. Sie wirft der Staatsregierung vor, bisher nicht ausreichend auf die steigenden Temperaturen vorbereitet zu sein.

Woher die 200 Millionen Euro kommen sollen

Der Bundestag hat eine zusätzliche Finanzspritze für Länder und Kommunen beschlossen. Von 2026 bis 2029 soll jährlich eine Milliarde Euro bereitgestellt werden. 400 Millionen Euro davon fließen pro Jahr über den Länderfinanzausgleich an Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg.

Nach bisherigen Berechnungen könnten rund 200 Millionen Euro davon nach Bayern gehen. Genau diese Summe wollen die Grünen für Klimaanlagen und andere Maßnahmen zum Hitzeschutz einsetzen. Ob die Staatsregierung den Vorschlag aufgreift, ist offen.

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