Die Stadt Günzburg will die Zahl frei aufgestellter Wahlplakate deutlich reduzieren. Der Stadtrat hat dafür einstimmig eine neue Plakatierungsverordnung beschlossen. Künftig sollen Parteien und Wählervereinigungen ihre Plakate vor allem an zentralen Sammelstellen anbringen.
Die Stadt reagiert damit auf die Erfahrungen aus dem Kommunalwahlkampf im März 2026. Damals hatten sich laut Stadt viele Einwohner über die zahlreichen Plakate an Straßenrändern, Zäunen und Masten beschwert.
In jedem Günzburger Stadtteil soll mindestens ein zentraler Standort entstehen. Für die Kernstadt sind mindestens drei Sammelstellen vorgesehen. Zusätzlich können Parteien temporäre Großflächenplakate sowie die bestehenden städtischen Anschlagsflächen nutzen. Die genauen Standorte der neuen Plakatwände werden noch festgelegt.
Wahlwerbung auf anderen vorübergehend aufgestellten Anlagen wird künftig verboten. Dazu gehören beispielsweise Banner an Bauzäunen. Das Verbot gilt auch auf privaten Grundstücken, wenn die Werbung deutlich in den öffentlichen Raum hineinwirkt.
Die Stadt verspricht sich davon ein übersichtlicheres Stadtbild und weniger Müll. Weil deutlich weniger einzelne Plakate aufgehängt werden, sollen nach den Wahlkämpfen auch weniger Kunststoffkabelbinder entsorgt werden müssen.
Oberbürgermeister Michael Jahn hatte eine Neuregelung bereits im Wahlkampf angekündigt. Die Chancengleichheit der Parteien und Wählervereinigungen soll trotz der begrenzten Flächen erhalten bleiben. Damit das neue System bereits bei der nächsten Wahl eingesetzt werden kann, beginnt die Stadt nun mit der Auswahl der Standorte.