Der Vorfall ereignete sich kurz vor 11 Uhr. Zunächst herrschte Unklarheit über die genaue Zuständigkeit. Befindet sich der Fundort auf städtischem Grund oder liegt die Granate auf dem Gelände der Bundeswehr? Aus diesem Grund wurden beide Stellen alarmiert. Die Feldjäger des Bundeswehrkrankenhauses rückten ebenso an wie die Landespolizei. Die Situation erforderte eine koordinierte Vorgehensweise beider Behörden.
Im weiteren Verlauf des Einsatzes konnte die Position genau bestimmt werden. Die Handgranate lag etwa zwei Meter auf städtischem Grund. Somit übernahm die Landespolizei die alleinige Zuständigkeit für den Fall. Die Einsatzkräfte richteten zunächst einen Sperrbereich mit 75 Meter Radius ein. Dieser wurde jedoch nach kurzer Zeit deutlich verkleinert. Die Sicherheit hatte oberste Priorität.
Der reduzierte Sperrkreis umfasste am Ende nur noch 25 Meter. Auf dem Gelände des Bundeswehrkrankenhauses sicherten die Feldjäger den Bereich ab. Die Zufahrt zur Notaufnahme blieb während des gesamten Einsatzes frei. Dadurch kam es zu keinen nennenswerten Behinderungen im regulären Klinikbetrieb. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten war jederzeit vollständig sichergestellt.
Lediglich einige Containerbüros außerhalb des Hauptgebäudes wurden vorübergehend geräumt. Die dortigen Arbeiten konnten an andere Arbeitsplätze im Krankenhaus verlegt werden. Zusätzlich wurde ein Fußweg in der Nähe gesperrt. Er verbindet den Uniklinik Campus Nord mit der Albert-Einstein-Allee. Auch diese Sperrung wurde nach Einsatzende wieder aufgehoben.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Baden-Württemberg traf kurz vor 14 Uhr ein. Die Spezialisten untersuchten den Gegenstand umgehend. Binnen weniger Minuten gaben sie dann Entwarnung. Es handelte sich um eine alte Übungshandgranate. Diese war äußerlich nicht sofort als ungefährlich zu erkennen. Ein Zünder war in der Übungsmunition nicht enthalten.
Die Fachleute kümmerten sich um die fachgerechte Entsorgung des Munitionsschrotts. Sie nahmen die Überreste zur Vernichtung mit. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand laut Polizei zu keinem Zeitpunkt. Alle Sperrungen wurden gegen 14.10 Uhr wieder aufgehoben. Die Bauarbeiten konnten fortgesetzt werden.