Viele Menschen mit einer Ölheizung stehen gerade vor derselben Frage: Soll der Tank schon jetzt gefüllt werden oder lohnt es sich, noch abzuwarten? Eine sichere Preisprognose gibt es nicht. Das Vergleichsportal FastEnergy rechnet in seinem aktuellen Heizöl-Barometer allerdings zunächst mit steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten. Wer nur noch wenig Heizöl im Tank hat, sollte demnach zumindest eine Teilmenge bestellen.
Wer dagegen noch ausreichend Vorrat besitzt, kann die weitere Entwicklung beobachten und Angebote vergleichen. FastEnergy hält ein Abwarten für vertretbar, wenn der vorhandene Vorrat mindestens bis zur Hälfte der kommenden Heizperiode reicht. Wichtig bei der Einordnung: FastEnergy ist ein kommerzielles Vergleichsportal und keine unabhängige Verbraucherberatung.
Wer nur noch wenig Heizöl hat, sollte nicht darauf spekulieren, dass die Preise rechtzeitig fallen. Sinnvoll kann also eine Teilbestellung sein: Damit ist zunächst genug Brennstoff im Haus, ohne den gesamten Tank zum aktuellen Preis zu füllen.
Wer noch mehrere Monate auskommt, hat dagegen mehr Spielraum. Preise sollten immer für dieselbe Liefermenge, dieselbe Heizölsorte und denselben Lieferort verglichen werden. Auch mögliche Lieferkosten und Zuschläge gehören in den Vergleich.
Die klare Einschätzung für Haushalte in der Region lautet deshalb: Bei knappem Tank jetzt zumindest teilweise bestellen. Bei ausreichendem Vorrat weiter vergleichen und abwarten.
Niemand kann derzeit verlässlich garantieren, ob Heizöl in den kommenden Wochen teurer oder günstiger wird.
Neben dem Preis sollten Kunden auch genau darauf achten, wo sie bestellen. Die Verbraucherzentralen warnen vor gefälschten Heizöl-Shops, die mit auffällig günstigen Angeboten locken. Nach der Überweisung wird das Öl dann häufig nicht geliefert.
Warnzeichen sind Preise deutlich unter dem üblichen Marktniveau, ein fehlendes oder unvollständiges Impressum und die ausschließliche Bezahlung per Vorkasse. Unbekannte Anbieter können vor der Bestellung mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen überprüft werden.
Auch bei der Heizölsorte lohnt sich ein genauer Blick. Schwefelarmes Heizöl ist ein genormter Brennstoff nach DIN 51603-1. Sogenanntes Premium-Heizöl basiert üblicherweise ebenfalls auf genormtem Heizöl, enthält aber zusätzliche Wirkstoffe, die beispielsweise die Lagerfähigkeit, den Geruch oder die Verbrennung beeinflussen sollen.
Das bedeutet aber nicht, dass der Aufpreis für jede Anlage nötig oder wirtschaftlich sinnvoll ist. Ob Premium-Heizöl Vorteile bringt, hängt unter anderem von der Heizung, dem Tank und der Lagerdauer ab. Im Zweifel sollten Besitzer in der Bedienungsanleitung nachsehen oder ihren Heizungsfachbetrieb fragen. Für viele regulär betriebene Anlagen ist schwefelarmes Heizöl nach der vorgeschriebenen Norm die übliche Grundqualität.