Ulm erlebt gerade einen bedeutenden Moment seiner Stadtgeschichte: Seit heute Nacht ist die Blaubeurer-Tor-Brücke an der B10 komplett für den Abriss gesperrt. Seit 1967 rollte der Verkehr über das historische Blaubeurer Tor und verdeckte damit fast 60 Jahre lang ein Stück des 19. Jahrhunderts.
Für die nächsten drei Jahre führt der Verkehr nun durch eine neue Unterführung neben der alten Brücke. Dies ist Teil der Übergangslösung, bis 2029 der neue Blaubeurer-Tor-Tunnel fertiggestellt wird. Auch danach wird die Unterführung weiterhin für Fußgänger und Radfahrer genutzt, sodass sie komfortabel und sicher unterwegs sein können.
Für Historiker und Stadtliebhaber ist der Abriss der Brücke ein emotionaler Moment: Das Tor wird freigelegt und geschützt, sodass seine historische Substanz – jahrzehntelang durch den Verkehr beeinträchtigt – bald wieder in voller Pracht sichtbar werden kann.
Für Ulm bedeutet das weniger Beton und nach fast 60 Jahren wieder freie Sicht auf ein echtes Stück Stadtgeschichte.
Das Blaubeurer Tor in Ulm stammt aus dem 19. Jahrhundert, es wurde von 1843 bis 1855 als Teil der Ulmer Stadtbefestigung erbaut und diente der Kontrolle des Stadtein- und -ausgangs und dem Schutz der Stadt. 1967 wurde das Tor überbaut, als die B10-Brücke gebaut wurde, um den wachsenden Autoverkehr durch Ulm zu ermöglichen, ohne die historische Innenstadt zu verengen.