Hochwasser in Süddeutschland jährt sich - Ein Rückblick

Entschädigungen von 60 Millionen Euro bisher ausbezahlt

Die Überschwemmungen vor einem Jahr haben mehreren Menschen das Leben gekostet und Milliardenschäden angerichtet. Die Entschädigungen für Hochwasseropfer sind dabei aber nur ein kleiner Teil.

Ende Mai und Anfang Juni vergangenen Jahres wurden vor allem Baden-Württemberg und Bayern nach starken Regenfällen von einer verheerenden Flut getroffen. Der Katastrophenfall wurde in vielen Gebieten ausgerufen, zahlreiche Menschen klagen noch heute über die Folgen der Fluten.

Vermutliches Todesopfer im Landkreis Günzburg

In Bayern kamen vier Menschen bei den Überflutungen ums Leben, mit einem fünften Todesfall rechnet die Polizei allerdings schon seit einiger Zeit. In Offingen im Landkreis Günzburg war ein 22-jähriger Feuerwehrmann bei einer Wasserrettung als vermisst gemeldet worden. Das mit fünf Einsatzkräften besetzte Boot war bei starker Strömung gekentert, die anderen vier Helfen konnten sich an Land retten. Seitdem wurde mehrfach nach dem jungen Mann gesucht, auch ein gefundener Stiefel, der womöglich von ihm getragen wurde, brachte keine weiteren Informationen.

Hilfspakete zum Teil ausbezahlt

In Bayern und Baden-Württemberg beliefen sich die Schäden schätzungsweise auf 4,1 Milliarden Euro, die Hälfte davon unversichert. Besonders im Freistaat waren viele Hausbesitzer nicht auf die Katastrophe vorbereitet, historisch bedingt sind in Baden-Württemberg deutlich mehr Menschen gegen Elementarschäden versichert. Einzig das August-Hochwasser 2002 hatte im Zuge einer wasserbedingten Katastrophe mehr Schäden verursacht.

Die Staatsregierung hatte auf die Überschwemmungen im vergangenen Jahr mit einem Soforthilfepaket reagiert. 200 Millionen Euro sollten den Betroffenen helfen, wieder in die Normalität zurückzukehren. Seitdem wurden aber bei Weitem noch nicht alle Anträge auf Hilfszahlungen abgearbeitet, 60 Millionen wurden bereits ausgezahlt. Das Programm richtet sich vor allem an die Geschädigten, die keine Versicherung abgeschlossen hatten.

Kommt eine Pflichtversicherung?

Aufgrund der Ereignisse ist auch die Diskussion um eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden wieder in den Vordergrund gerückt. Bisher ist nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft nur jedes zweite Gebäude in Deutschland gegen solche Vorfälle abgesichert. Eine Pflichtversicherung, allerdings möglicherweise mit Hintertür, ist jetzt auch im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Bundesregierung vorgesehen. Denn eine Opt-Out-Lösung wird gerade diskutiert, bei der der Hauseigentümer dem Passus widersprechen könnte. Die Versicherungen fordern stattdessen ein klares Bauverbot in Überschwemmungsgebieten.

Pläne für die Zukunft

Auf jeden Fall will der Freistaat Bayern mehr in den Hochwasserschutz investieren. Bis 2030 sind weitere Projekte in Millionenhöhe geplant, darunter mehr als 190 Kilometer Deiche und 70 Kilometer Hochwasserschutzwände. Umweltschützer fordern dagegen mehr Maßnahmen, damit der Boden wieder mehr Wasser aufnehmen kann. Das könne die Renaturierung von Wildbächen oder das Schaffen klassischer Auen sein, die beim Flussausbau früher oftmals zerstört wurden.

Wie es hier in der Region mit den Hochwasserschutzmaßnahmen vorangeht, erläutert der Landkreis Günzburg morgen, am 27. Mai 2025. Das Gebiet war besonders stark betroffen, hat seitdem einige Vorhaben umgesetzt und gibt auch einen Ausblick auf kommende Projekte.

 

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