Stellt euch vor: Superstar Andrew Garfield dreht plötzlich mitten in Ulm und Oberbürgermeister Martin Ansbacher spielt als Bischof mit! Genau das wäre fast passiert. Für den aktuellen Hollywood-Blockbuster „The Uprising“ war unter anderem das Ulmer Münster als Drehort im Rennen.
Dass Ulm überhaupt so weit kam, lag auch an Sybille Gänßlen-Zeit. Die Ulmer Kostümbildnerin leitet die Film Commission Region Ulm und versucht, Produktionen aus Deutschland und dem Ausland in die Region zu holen. Im Sommer 2025 bekam sie die Anfrage für das neue Historien-Epos von Regisseur Paul Greengrass mit Andrew Garfield, wie sie jetzt berichtet.
Vor allem das Ulmer Münster hatte es der Filmcrew angetan. Aber auch Wilhelmsburg, Fort Oberer Kuhberg, Nikolauskapelle und der Minnesängersaal wurden als mögliche Kulissen geprüft. Anfang Juli kamen ein Locationscout und Regieassistent Cliff Lanning persönlich nach Ulm. Gänßlen-Zeit organisierte die Besichtigungen und öffnete der Crew sogar Bereiche im Münster, die normale Besucher nicht zu sehen bekommen.
Bei einem Dreh in Ulm hätten möglicherweise hunderte Menschen aus der Region als Komparsen mitmachen können. Auch für Oberbürgermeister Martin Ansbacher stand wohl ein möglicher Kurzauftritt als Bischof im Raum.
Am Ende machte Nürnberg das Rennen. Da gab es schneller grünes Licht – und weil die Produktion bayerische Filmförderung erhielt, hätte ein Dreh in Baden-Württemberg zusätzliche Kosten verursacht. In Nürnberg wurde schließlich an zwölf Tagen gedreht. Mehr als 700 Komparsen waren dabei und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König bekam tatsächlich einen Kurzauftritt als Bischof.
Der Fall zeigt auch, wie wichtig Filmförderung bei der Wahl eines Drehorts ist. Der FFF Bayern vergab 2025 Fördermittel von insgesamt 43,1 Millionen Euro für neue Projekte. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg gibt ihr aktuelles jährliches Gesamtbudget dagegen mit rund 15 Millionen Euro an.
Die Zahlen sind wegen unterschiedlicher Förderstrukturen nicht eins zu eins vergleichbar, zeigen aber einen deutlichen Größenunterschied. Für Ulm hatte der Unterschied in diesem Fall eine ganz konkrete Folge: Eine Hollywood-Produktion, die schon sehr ernsthaft mit der Stadt geplant hatte, wurde am Ende in Bayern gedreht.