Am Freitag, 10. April um 20 Uhr zeigt das Lichtspielhaus Riedlingen den Dokumentarfilm „Ich war ein Zeuge“. Der Film begleitet Menschen, die die Zeugen Jehovas verlassen haben, und gibt ihnen Raum, ihre Erfahrungen selbst zu schildern.
Was als stilles Fotoprojekt beginnt, entwickelt sich zu einer intensiven und erschütternden Auseinandersetzung mit einer abgeschlossenen religiösen Welt. Der Biberacher Fotograf Andreas Reiner trifft Männer und Frauen, die den Zeugen Jehovas den Rücken gekehrt haben, und dokumentiert in eindringlichen Gesprächen nicht nur ihre Lebensgeschichten, sondern auch das Unsichtbare dahinter: Angst, Schuld, Verlust und Befreiung.
In persönlichen Interviews berichten die Aussteiger von ihrer Kindheit in einem streng kontrollierten Glaubenssystem, von seelischer Erpressung, psychischer Gewalt, sexualisierter Unterdrückung und den Folgen des Ausstiegs. Je tiefer die Gespräche gehen, desto stärker wird auch die emotionale Erschütterung für alle Beteiligten spürbar.
„Ich war ein Zeuge“ ist ein 90-minütiger Dokumentarfilm von Günter Moritz (Regie), basierend auf einer Idee und den Interviews von Andreas Reiner. Die Premiere fand bei den renommierten Hofer Filmtagen statt, aktuell läuft der Film auch regulär in ausgewählten Kinos. Entstanden ist ein Film über Macht und Glauben, Identität und Befreiung – und über die feine Grenze zwischen Mitgefühl und Überforderung.
Nach der Vorführung findet ein Publikumsgespräch mit dem Filmteam und einem der Protagonisten statt. Dazu gibt es einen Live-Auftritt der Sängerin und Komponistin Omnitah Schwark, die Musik aus dem Film präsentiert.