Schule schwänzen ist im Alb-Donau-Kreis längst kein Einzelfall mehr. Nach Angaben des Landratsamts wurden im Jahr 2025 insgesamt 237 Schulversäumnisanzeigen gestellt. 108 Fälle davon wurden an die Jugendgerichtshilfe des Landratsamts weitergeleitet. Betroffen sind laut Kreis alle Schularten. Gleichzeitig weist das Landratsamt darauf hin, dass Schulabsentismus nicht nur im Alb-Donau-Kreis zunimmt, sondern auch landesweit ein wachsendes Thema ist.
Das Land Baden-Württemberg entwickelt derzeit eine eigene Strategie gegen Schulabsentismus. Ziel ist es, Probleme früher zu erkennen, schneller einzugreifen und Schulen, Jugendhilfe und weitere Beteiligte besser miteinander zu vernetzen. Das Regionale Bildungsbüro des Alb-Donau-Kreises arbeitet dabei mit und soll vor allem die Zusammenarbeit der verschiedenen Stellen im Landkreis unterstützen. Zusätzlich gibt es bereits konkrete Hilfen für Schulen. Im Regionalen Ratgeber im Sozialraum Schule stehen seit Ende 2025 unter anderem Handlungsleitfäden zu Extremismus, Gewalt und Depression zur Verfügung. Ein weiterer Leitfaden zum Thema Sucht ist ebenfalls vorgesehen.
Seit April 2026 gehört das Regionale Bildungsbüro organisatorisch zum Sachgebiet Schule und Bildung im Amt für Finanzen, Liegenschaften und Bildung. Die bisherigen Aufgaben sollen grundsätzlich weiterlaufen, allerdings stehen nach personellen Veränderungen weniger Ressourcen zur Verfügung. Deshalb versucht der Landkreis, das Team wieder zu verstärken. Unter anderem wird eine abgeordnete Lehrkraft angestrebt. Seit September 2026 unterstützt außerdem eine Freiwillige im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres das Bildungsbüro.
Neben dem Thema Schulabsentismus kümmert sich das Bildungsbüro auch um die Ganztagsbetreuung. Bislang wurden 62 Betreuungskräfte in fünf mehrtägigen Qualifizierungsrunden geschult. 2026 kamen drei weitere Austauschtreffen mit rund 40 Betreuungskräften dazu. Auch künstliche Intelligenz spielt inzwischen eine größere Rolle. Beim Bildungsforum 2025 beschäftigten sich rund 140 Teilnehmer mit Themen wie KI im Unterricht, Berufsorientierung, Fake News, Urheberrecht und Datenschutz. Damit wird deutlich, der Alb-Donau-Kreis arbeitet an mehreren Baustellen gleichzeitig, besonders dringend bleibt aber die steigende Zahl an Schulversäumnissen.