Was tun, wenn sich Waschbären in Wohngebieten breitmachen? Genau damit beschäftigt sich jetzt auch die Vöhringer Kommunalpolitik. Wie die swp berichtet, hat Stadträtin Jeannette Wischenbarth von der FWG beantragt, prüfen zu lassen, ob ein Stadtjäger für Vöhringen sinnvoll wäre. Alternativ sollen dem Bericht zufolge auch andere Möglichkeiten wie Lebendfallen für Betroffene geprüft werden. Zudem beschäftigt sich der Haupt- und Umweltausschuss heute, den 5. Oktober, ab 18.30 Uhr im Vöhringer Rathaus mit dem Antrag.
Dass der Waschbär längst kein seltenes Tier mehr ist, zeigen offizielle Zahlen. Nach Angaben des Bayerischen Wildtierportals ist die Zahl der erlegten Waschbären innerhalb von zehn Jahren von rund 600 auf mehr als 5.000 Tiere pro Jahr gestiegen. Die Tiere breiten sich dabei von Nordbayern immer weiter Richtung Süden aus. Waschbären sind sehr anpassungsfähig. Gerade in Siedlungen finden sie leicht Nahrung. Zum Beispiel in Mülltonnen, Komposthaufen, durch Fallobst oder offen zugängliches Tierfutter. Der Waschbär gilt außerdem als invasive Art. Er stammt ursprünglich aus Nordamerika und kann auch für heimische Tierarten zum Problem werden, etwa für Amphibien und Vögel.
Dass Kommunen bei Problemen mit Wildtieren auf Stadtjäger setzen, zeigt ein Beispiel aus dem DONAU-3-FM-Sendegebiet: In Oberstadion im Alb-Donau-Kreis sind zwei Stadtjäger offiziell bestellt. Sie sind dort Ansprechpartner, wenn Wildtiere in Wohngebieten oder Hausgärten Probleme verursachen. Dabei geht es nicht automatisch darum, Tiere zu töten. Stadtjäger beraten Grundstückseigentümer und prüfen, welche Maßnahmen im jeweiligen Fall sinnvoll und erlaubt sind.
Ob Vöhringen ebenfalls auf einen Stadtjäger setzt, ist noch offen. Nach Angaben der swp steht die Stadtverwaltung dem Vorschlag bislang skeptisch gegenüber. Dem Bericht zufolge hält sie einen eigenen „Waschbären-Beauftragten“ nicht für nötig und setzt eher auf Informationen und Verhaltenstipps für Bürger. Wie Vöhringen konkret mit dem Thema umgehen will, soll heute Abend im Ausschuss beraten werden.