Schwere Zeiten für einen der bekanntesten Maschinenbauer in Biberach! Die Vollmer-Werke haben Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das berichtet die Schwäbische Zeitung. Rund 450 Menschen arbeiten am Stammsitz in Biberach. Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe etwa 1.200 Mitarbeiter. Trotz der Insolvenz gibt es Hoffnung. Der Betrieb soll weiterlaufen. Auch Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler zeigt sich erschüttert und hofft auf eine Zukunft für das Traditionsunternehmen.
Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Dr. Holger Leichtle für das Insolvenzverfahren eingesetzt. Da es sich um eine Insolvenz in Eigenverwaltung handelt, bleibt die Geschäftsführung im Amt und wird während des Verfahrens begleitet und kontrolliert. Leichtle erklärte gegenüber der Schwäbischen Zeitung, dass alles darangesetzt werde, den Betrieb fortzuführen. Die gute Nachricht für die Beschäftigten: Die Finanzierung für die kommenden sechs Monate ist laut Leichtle gesichert. In dieser Zeit soll gemeinsam mit der Geschäftsführung ein Sanierungsplan erarbeitet werden. Ein entsprechendes Sanierungsgutachten liegt bereits vor. Ob und in welchem Umfang Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben können, ist derzeit noch offen.
Der Maschinenbauer Vollmer gehört seit mehr als 100 Jahren zum Wirtschaftsstandort Biberach. Gegründet wurde das Unternehmen 1909 von Heinrich Vollmer. Spezialisiert ist es auf Maschinen zur Bearbeitung von Werkzeugen. Doch die wirtschaftliche Lage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Nach Angaben der Schwäbischen Zeitung machten dem Unternehmen mehrere Krisen zu schaffen. Dazu gehören gestiegene Kosten, Probleme bei den Lieferketten und eine schwache Auftragslage. Besonders schwer traf Vollmer der Wegfall des Russlandgeschäfts. Vor Beginn des Ukrainekriegs hatte Russland nach Unternehmensangaben rund zehn Prozent des Umsatzes ausgemacht. Bereits 2023 stoppte Vollmer den geplanten Neubau eines Werks im Biberacher Gewerbegebiet Flugplatz. Das ursprünglich rund 100 Millionen Euro teure Projekt war wegen steigender Baukosten und der schlechteren Auftragslage nicht mehr umsetzbar. Im November 2025 kündigte das Unternehmen außerdem an, rund 15 Prozent der Stellen am Stammsitz in Biberach abzubauen.
Auch bei der Stadt Biberach sorgt der Insolvenzantrag für große Betroffenheit. Oberbürgermeister Norbert Zeidler zum Insolvenzverfahren.
Die Nachricht vom Insolvenzverfahren der VOLLMER-Werke hat mich sehr erschüttert. Vollmer ist ein wichtiger Teil der industriellen Identität Biberachs. In schwierigen Zeiten zeigt sich besonders, was ein Unternehmen ausmacht: Es sind die Menschen mit ihrem Können, ihrem Einsatz und ihrer Verbundenheit. Ich hoffe und wünsche, dass die eingeleiteten Schritte der Grundstein sind, das Unternehmen, sein Know-how und Arbeitsplätze zu sichern.
Das Unternehmen sei seit Generationen eng mit der Stadt und den Menschen in der Region verbunden. Zeidler hofft, dass die eingeleiteten Schritte dazu beitragen, das Unternehmen, sein Fachwissen und die Arbeitsplätze zu sichern. Die Stadt betont außerdem, dass ein Insolvenzverfahren auch eine Chance sein könne, das Unternehmen neu aufzustellen und eine langfristige Zukunft zu ermöglichen.