Rund jeder fünfte Handwerksbetrieb im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sucht aus Altersgründen in den kommenden Jahren eine Nachfolge. Das geht aus dem Jahresbericht 2025 der Kammer hervor. Betroffen ist die gesamte Region zwischen Ostalb und Bodensee.
Bleibt die Suche erfolglos, könnten besonders ländliche Gemeinden die Folgen direkt spüren. Schließt etwa der Metzger, Bäcker oder Elektriker im Ort, werden Wege für die Bewohner länger und ein Stück örtliche Versorgung geht verloren. Nach Angaben der Handwerkskammer wagen zudem immer weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Gleichzeitig erreichen viele Betriebsinhaber das Alter, in dem sie ihre Firma übergeben möchten.
Die Handwerkskammer Ulm begleitet Betriebe und mögliche Nachfolger bei der Übergabe. Dabei geht es unter anderem um den Wert eines Unternehmens, die Finanzierung und die Suche nach einem passenden Übernehmer. Ziel ist es, Betriebe sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region zu erhalten.
Zum Kammergebiet gehören 20.870 Handwerksbetriebe mit rund 120.000 Beschäftigten. Im Jahr 2025 erwirtschafteten sie zusammen einen Umsatz von etwa 17 Milliarden Euro. Im Durchschnitt versorgt ein Handwerksbetrieb in der Region 72 Einwohner mit Waren oder Dienstleistungen.