In Biberach an der Riß ist es am Dienstagabend zu einem schweren Gewaltverbrechen gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen versuchten Mordes. Nach bisherigen Erkenntnissen sprach der 17-Jährige die Frau im Bereich der Rosenstraße zunächst an und bat sie um eine Wegbeschreibung. Als sich die 38-Jährige zur Seite drehte und gestikulierend den Weg erklären wollte, soll der Tatverdächtige plötzlich ein Messer gezogen und auf sie eingestochen haben. Die Frau reagierte geistesgegenwärtig, konnte ausweichen und rief lautstark um Hilfe.
Eine zufällig vorbeikommende Radfahrerin griff mutig ein: Sie sprach den Angreifer laut an und nahm die Verfolgung auf, als dieser zu Fuß flüchtete. Nach kurzer Zeit gelang es ihr, den Jugendlichen zur Aufgabe zu bewegen und den Notruf abzusetzen.
Alarmierte Einsatzkräfte des Polizeireviers Biberach nahmen den 17-Jährigen wenig später fest. Bei ihm wurden neben dem mutmaßlichen Tatmesser weitere Beweismittel sichergestellt.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg wurde der deutsche Tatverdächtige am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes und setzte ihn in Vollzug. Der Jugendliche befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt.
Die weiteren Ermittlungen hat das Kriminalkommissariat Ravensburg übernommen. Hintergrund ist das sogenannte „Wohnortprinzip“, das bei jugendlichen Tatverdächtigen Anwendung findet. Der Beschuldigte stammt aus dem Landkreis Ravensburg.
Noch unklar ist, ob sich Täter und Opfer bereits kannten oder ob es sich um eine zufällige Tat handelte. Diese Frage ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei.