Hunderte Reisende sind von den Ausfällen und Verspätungen betroffen. Die Deutsche Bahn richtet einen Ersatzverkehr ein. Die Reparatur dauert bis in den Nachmittag. Die Ursache für den Defekt ist noch unklar.
Gegen 8:45 Uhr stoppt der komplette Zugverkehr in Ulm. Auf Höhe der Uni-Klinik Michelsberg ist das stählerne Tragseil der Oberleitung gerissen. Die 15.000-Volt-Leitung hängt herab. Züge aus Richtung Stuttgart können nicht mehr in den Bahnhof einfahren. Reisende müssen in wartenden Zügen ausharren oder am Bahnsteig warten. Die Bahn teilt mit, dass ein technischer Defekt vermutet wird. Anwohner berichten von einem lauten Knall. Ob dieser vom reißenden Seil oder einem Kurzschluss stammt, ist unklar.
Erst gegen 10:20 Uhr gelingt es, die Stromversorgung des Hauptbahnhof umzuschalten. Das defekte Gleis bleibt stromlos. Die wartenden Züge können nun langsam in den Hauptbahnhof rollen oder ihn verlassen. Zwei ICE und ein MEX aus Richtung Stuttgart sind die ersten Züge, die auf dem Gegengleis die Schadstelle passieren. Für andere Verbindungen wie nach Biberach oder Günzburg gibt es bis etwa halb elf Uhr keine Lösung durch Ersatzbusse. Der Fernverkehr zwischen Stuttgart und Augsburg wird großräumig über Aalen umgeleitet. Dadurch entstehen Verspätungen von rund einer Stunde. Ein Busnotverkehr überbrückt die Lücke zwischen Merklingen und Ulm sowie Laupheim West und Ulm.
Die Reparatur der beschädigten Oberleitung dauert bis etwa 15 Uhr. Bis dahin läuft der Betrieb zwischen Ulm und Beimerstetten nur eingleisig und sorgt für Verspätungen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Pannen rund um den Ulmer Hauptbahnhof ein. Erst letzte Woche fiel ein Stellwerk in Richtung Herrlingen für viele Stunden aus. Auch in den Monaten davor gab es immer wieder Komplettausfälle des Stellwerks mit stundenlangem Stillstand.
Zudem gab es bereits am 1. Juli 2025 und am 23. Februar 2026 defekte Oberleitungen in dem nicht einmal zwei Kilometer langen Bereich zwischen Hauptbahnhof und Michelsberg.