Kempten: Mit 180 km/h vor Polizei geflohen – Anklage wegen Mordes

Verfolgungsjagd mit tödlichen Folgen

Mit 180 km/h durch die Stadt, dann ein tödlicher Crash: Warum die Staatsanwaltschaft jetzt sogar von Mord spricht und wie der Verdächtige ins Ausland flüchtete.

Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ist gegen einen 21-Jährigen Anklage wegen Mordes erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft in Kempten wirft dem jungen Autofahrer vor, dass er am 23. August in Kaufbeuren mit bis zu 180 km/h durch das Stadtgebiet gerast sei, um einer Polizeikontrolle zu entgehen. Schließlich soll der Mann in ein entgegenkommendes Fahrzeug geprallt sein. Der 20-Jährige am Steuer dieses Fahrzeugs starb noch an der Unfallstelle, seine beiden Mitfahrer wurden verletzt.

Der Unfallfahrer blieb selbst unverletzt und flüchtete nach dem Unfall zu Fuß. Eine Fahndung vor Ort blieb erfolglos. Anfang September wurde der gesuchte 21-Jährige in Polen festgenommen und im Oktober an Deutschland ausgeliefert. Seitdem ist der deutsch-ukrainische Staatsangehörige in Untersuchungshaft. Der vorbestrafte Mann habe sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Flucht wegen fehlenden Führerscheins?

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 21-Jährige mit einem hochmotorisierten Wagen vor der Polizei geflüchtet ist, weil er keinen Führerschein hatte. Mehrere Streifen hatten versucht, das Auto im Stadtgebiet von Kaufbeuren zu stoppen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, dass er bei seiner Verfolgungsfahrt einen Unfall mit tödlichen Folgen für andere Verkehrsteilnehmer in Kauf genommen habe.

Der Mann wurde wegen Verdachts des Mordes, des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge, der Körperverletzung und weiterer Straftaten angeklagt. Das Landgericht Kempten muss nun die Anklageschrift prüfen und entscheiden, ob gegen den 21-Jährigen in einem Prozess verhandelt wird. Einen möglichen Termin dafür gibt es bislang nicht.

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