KI-Überwachung am Ulmer Hauptbahnhof? Bundespolizei prüft neue Möglichkeiten

Bundespolizei prüft Einsatz der neuen Technik

Erkennt bald eine KI verdächtiges Verhalten am Ulmer Hauptbahnhof? Ein neues Gesetz macht das grundsätzlich möglich. DONAU 3 FM hat bei Bundespolizei und Bahn nachgefragt. Doch die Technik bringt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich.

Kameras, die automatisch erkennen, wenn sich Menschen verdächtig verhalten: Das ist an deutschen Bahnhöfen jetzt grundsätzlich erlaubt. Seit dem 28. Oktober 2026 gilt das neue Bundespolizeigesetz. Damit darf die Bundespolizei unter bestimmten Voraussetzungen künstliche Intelligenz einsetzen, um mögliche Gefahren auf Kamerabildern zu erkennen. Doch kommt diese Technik auch nach Ulm?

Bundespolizei prüft Einsatz der neuen Technik

Auf Anfrage von DONAU 3 FM bestätigt die Bundespolizei, dass die neuen gesetzlichen Möglichkeiten derzeit geprüft und anschließend schrittweise umgesetzt werden sollen. Ob auch am Ulmer Hauptbahnhof künftig KI-Verhaltensscanner zum Einsatz kommen, ist allerdings noch offen. Konkrete Pläne oder einen Zeitplan für Ulm konnte die Bundespolizei bislang nicht nennen.

Die Deutsche Bahn bestätigt uns, dass der Ulmer Hauptbahnhof bereits mit moderner Kameratechnik ausgestattet ist. Die Bundespolizei hat Zugriff auf die Bilder. Ob die vorhandenen Kameras künftig auch für KI-Verhaltensanalysen genutzt werden könnten, ließ die Bahn offen. Auch ein Zusammenhang mit dem laufenden Bahnhofsumbau ist bislang nicht bestätigt.

Was erkennen die KI-Kameras eigentlich?

Die Kameras selbst filmen zunächst wie gewöhnliche Überwachungskameras. Neu ist die Software dahinter: Sie analysiert die Bilder automatisch und sucht nach bestimmten Bewegungen oder Gegenständen, die auf eine Gefahr hinweisen könnten.

Dazu gehören beispielsweise Schläge, Tritte oder andere Bewegungen, die auf eine körperliche Auseinandersetzung hindeuten. Auch Messer, andere gefährliche Gegenstände oder hilflose Personen sollen erkannt werden können. Meldet die KI eine Auffälligkeit, muss die Bundespolizei prüfen, ob tatsächlich eine Gefahr besteht.

Wichtig: Die Verhaltensanalyse ist keine automatische Gesichtserkennung. Eine Identifizierung von Personen anhand biometrischer Merkmale ist im Rahmen dieser Mustererkennung gesetzlich untersagt. Für andere Formen der biometrischen Erkennung gelten gesonderte Vorschriften.

Mehr Sicherheit oder zu viel Überwachung?

Die Technik könnte helfen, Gewalttaten und Notfälle schneller zu entdecken. Polizisten müssten nicht mehr ständig sämtliche Kamerabilder selbst beobachten, sondern könnten gezielt auf mögliche Gefahrensituationen aufmerksam gemacht werden.

Doch genau hier beginnt auch die Kritik: Eine KI kann harmlose Bewegungen falsch interpretieren und dadurch unnötige Polizeikontrollen auslösen. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte berichtete bereits von zahlreichen Fehlalarmen bei einem dortigen Pilotprojekt. Auch Menschen, die sich beispielsweise wegen einer körperlichen Einschränkung ungewöhnlich bewegen, könnten häufiger auffallen.

Hinzu kommt die Frage nach dem Datenschutz: Wie zuverlässig arbeitet die Software? Wer kontrolliert ihre Entscheidungen? Und was passiert mit den gesammelten Aufnahmen? Die zusätzliche automatisierte Auswertung stellt einen weiteren Eingriff in die Privatsphäre der gefilmten Menschen dar.

Für Ulm bleibt die entscheidende Frage offen: Ob und wann solche KI-Verhaltensscanner tatsächlich am Hauptbahnhof eingesetzt werden, ist bisher nicht bekannt.

Fest steht nur, dass die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen wurden und die Bundespolizei die Umsetzung prüft.

Das könnte Dich auch interessieren

22.10.2026 Roboter, KI und Cyberangriffe: So digital wird die Zukunft in Ulm Roboter auf der Baustelle, Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen und neue Gefahren durch Cyberangriffe: Unsere Region wird immer digitaler! Am Dienstag, 20. Oktober, feierte die initiative.ulm.digital ihr zehnjähriges Bestehen im Wiley Club in Neu-Ulm. Rund 350 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten darüber, wie moderne Technik unseren Alltag verändern könnte. Auch der frühere Ulmer Oberbürgermeister 05.10.2026 Bluttat in Ulm: Täter auf der Flucht - mit Fotogalerie 20-Jähriger in Ulm niedergestochen: Der junge Mann ist am Samstagmorgen auf dem Gelände der Friedrich-List-Schule in der Innenstadt durch mehrere Stich- und Schnittwunden schwer verletzt worden. Er ist aber außer Lebensgefahr - die Täter sind auf der Flucht. 16.09.2026 Polizei Ulm lädt zur „Nacht der Bewerber“ Wer sich für eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei interessiert, kann sich am Freitag, den 18. September, direkt beim Polizeipräsidium Ulm informieren. Von 17 bis 21 Uhr öffnet die Polizei ihren Sitz am Münsterplatz für die „Nacht der Bewerber“. Infos zu Ausbildung, Studium und Bewerbung Einstellungsberater informieren über den Polizeiberuf, die Voraussetzungen für 07.09.2026 24-Jähriger rastet in Ulmer Innenstadt aus und greift Einsatzkräfte an Ein 24-Jähriger hat am Samstagabend in der Ulmer Innenstadt einen Polizeieinsatz ausgelöst. Nach Angaben der Polizei pöbelte der stark betrunkene Mann zunächst wahllos Passanten an. Wenig später schlug er nach einem Mitarbeiter des Ordnungsdienstes und griff später auch Polizisten an. Situation in der Hirschstraße eskaliert Gegen 21:15 Uhr fiel der Mann einer vierköpfigen Streife des