Kliniken in Schwaben sollen den Ernstfall trainieren

Zwei Großübungen geplant

Stromausfall, Hackerangriff oder plötzlich sehr viele Verletzte: Baden-Württembergs Traumazentren sollen künftig regelmäßig für große Krisenfälle trainieren.

Was passiert, wenn mitten im Klinikbetrieb plötzlich die IT ausfällt? Wie funktioniert die Versorgung bei einem längeren Stromausfall? Und was passiert, wenn nach einem schweren Unglück innerhalb kürzester Zeit sehr viele Verletzte gleichzeitig behandelt werden müssen?

Genau solche Situationen sollen die 69 Traumazentren in Baden-Württemberg gemeinsam mit Gesundheitsämtern und Kommunen trainieren. Dafür stellt das Land den Landkreisen insgesamt 5,2 Millionen Euro zur Verfügung. Eine größere Übung soll bis Ende 2027 stattfinden, eine weitere bis Ende Oktober 2028. Neben einem Massenanfall von Verletzten sollen beispielsweise auch IT- und Stromausfälle oder die Folgen einer Hitzewelle durchgespielt werden.

Ulm ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Region

Für unsere Region spielt dabei das Traumanetzwerk Ulm eine zentrale Rolle. Es verbindet Kliniken über Kreis- und sogar Landesgrenzen hinweg, damit Schwerverletzte möglichst schnell dort behandelt werden können, wo die nötige medizinische Ausstattung vorhanden ist.

Das Universitätsklinikum Ulm und das Bundeswehrkrankenhaus Ulm sind dabei als überregionale Traumazentren eingestuft. Zum Netzwerk gehören außerdem regionale Traumazentren unter anderem in Ehingen, Biberach und Heidenheim. Auch Kliniken in Günzburg und Memmingen sind Teil des Ulmer Netzwerks, gehören aber natürlich zu Bayern und bekommen die Förderung nicht.

Das Alb-Donau Klinikum in Ehingen ist beispielsweise seit 2020 als regionales Traumazentrum zertifiziert und hält die entsprechenden Strukturen zur Versorgung Schwerverletzter rund um die Uhr bereit. Auch das Sana Klinikum in Biberach und das Klinikum Heidenheim sind zertifizierte regionale Traumazentren.

Wenn plötzlich viele Verletzte kommen

Wie wichtig solche vorbereiteten Abläufe sein können, hat sich in der Region bereits gezeigt: Nach dem schweren Zugunglück bei Riedlingen im Mai 2025 löste das Alb-Donau Klinikum Ehingen vorsorglich einen sogenannten MANV-Alarm aus. Mehr als 70 Mitarbeiter kamen kurzfristig zusammen, Schockräume und OP-Teams wurden vorbereitet und zusätzliche Betten bereitgestellt. Am Ende mussten dort zwei Schwerverletzte stationär behandelt werden.

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