Mutter in Keller gesperrt: 32-Jähriger bleibt Prozess fern

Haftbefehl erlassen 

Eine Mutter wird gefesselt und gedemütigt, der mutmaßliche Täter ist ihr Sohn. Vor Gericht taucht der 32-Jährige nicht auf – er soll sich in Mexiko aufhalten.

Weil er seine Mutter wochenlang im Keller eingesperrt haben soll, sollte ein 32-Jähriger vor das Amtsgericht – doch der Prozess in Konstanz ist nach rund 15 Minuten geplatzt, weil der Angeklagte nicht erschienen ist. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann aus Owingen (Bodenseekreis) unter anderem Menschenraub, räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung vor.

Der Angeklagte ließ über seinen Verteidiger ein Attest einer mexikanischen Psychologin vorlegen. Er leide an schweren Depressionen und Panikattacken, die seine Verhandlungsfähigkeit einschränken könnten.

Haftbefehl erlassen

Die Richterin erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl. Es bestehe der dringende Verdacht, dass sich der Mann auch künftigen Terminen entziehen werde, zudem wiege der Tatvorwurf schwer. Das Gericht geht davon aus, dass sich der Beschuldigte derzeit in Mexiko aufhält. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

Der Mann soll seine Mutter im Oktober 2024 etwa einen Monat lang im Keller ihres Hauses festgehalten und zeitweise an einen Stuhl gefesselt haben. Zudem habe er sie gezwungen, Geldbeträge im vierstelligen Bereich an ihn zu überweisen und ihm ihr Haus zu überschreiben. Nach Angaben der Anklage wurde die Frau mehrfach gedemütigt und nur einmal täglich mit Essen versorgt. Auslöser soll ein Streit über das künftige Erbe gewesen sein.

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