Kostendruck und Bürokratie belasten Bayerns Jugendherbergen

Warnsignal für die Herbergen

Weniger Häuser, weniger Gäste: Bayerns Jugendherbergen spüren Kostendruck und bürokratische Hürden. Warum der Verband ein deutliches Signal sieht.

Die Jugendherbergen in Bayern klagen über Kostendruck und sinkende Übernachtungszahlen. 2025 zählten die landesweit 46 Häuser rund 1,13 Millionen Übernachtungen, knapp 4 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) bilanzierte. Kritik übte der Verband unter anderem auch an komplexen Berichtspflichten und langwierigen Förderverfahren. Der angekündigte Bürokratieabbau bleibe hinter den Erwartungen zurück, monierte der Verband.

Weniger Häuser und Betten

Sinkende Zahlen sind schon seit einiger Zeit zu beobachten. 2023 gab es im Freistaat noch 50 Jugendherbergen mit 7.738 Betten, 2025 waren es nur noch 46 Häuser mit 7.590 Betten. Rund 42 Prozent der Übernachtungen waren Schulklassen, 20 Prozent Familien und 25 Prozent Gruppen.

Der geschäftsführende Vorstand Michael Gößl ordnete den Rückgang bei den Übernachtungen ein: «Dieses Minus ist kein Krisenszenario – aber ein deutliches Signal», sagte er. «Wenn Haushalte sparen müssen, wenn Schulen und Träger der Jugendarbeit unter Kostendruck geraten, wenn Förderprogramme unsicher werden, dann trifft das unmittelbar Einrichtungen wie Jugendherbergen.»

Ähnlich hatte sich der Verband bereits vor einem Jahr geäußert. Als gemeinwohlorientiertes Unternehmen verfüge das Jugendherbergswerk nur über geringe Rücklagen und kämpfe mit stark steigenden Kosten, etwa für Umbauten, Lebensmittel und Freizeitangebote, hieß es damals.

Sozialer Auftrag statt Gewinnerzielung

Dabei sieht Gößl die Häuser als Teil der sozialen Infrastruktur mit einem gesellschaftlichen Auftrag. Er verwies auf die rund 2.500 pädagogischen Programmen des Jugendherbergswerks Bayern. Damit zähle es zu den leistungsfähigsten außerschulischen Bildungsanbietern im Freistaat. «Wir sichern Orte der Demokratiebildung, der Integration und des sozialen Zusammenhalts. Das ist eine andere Kategorie als reine Gewinnerzielung», erklärte Gößl.

Das Jugendherbergswerk betreibt in Bayern aktuell 34 Häuser in Eigenregie sowie 12 Häuser mit Hilfe von Partnern wie Kommunen oder Verbänden. In diesem Jahr feiert die Organisation im Freistaat ihr 100-jähriges Bestehen.

In Bayerisch-Schwaben betreffen die aktuellen Zahlen unter anderem die Jugendherbergen am Reiberhof in Aichen im Kreis Günzburg oder an der DJH Sport in Ottobeuren im Unterallgäu.

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