Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren weiterhin anspruchsvoll. Internationale Krisen und eine schwache Konjunktur sorgten vielerorts für Zurückhaltung bei Investitionen. Die Kreissparkasse Biberach konnte ihre Bilanzsumme trotzdem leicht steigern. Auch der Jahresüberschuss blieb stabil.
Vorstandsvorsitzender Martin Bücher zieht ein positives Fazit: Das Institut habe gezeigt, dass sein Geschäftsmodell auch in einem volatilen Umfeld tragfähig sei. Das große Vertrauen der Kundschaft sei dabei ein entscheidender Faktor.
Ein zentraler Trend im vergangenen Jahr war der Wunsch vieler Menschen nach Vermögensaufbau und finanzieller Absicherung. Die Kundeneinlagen legten spürbar zu, wobei Tagesgeldangebote besonders gefragt waren.
Auch das Aktiengeschäft entwickelte sich dynamisch. Immer mehr Kunden nutzten Beratungsangebote rund um Fonds, ETFs oder Zertifikate. Der Bausparvertrag wird dagegen immer unbeliebter. Gleichzeitig stieg die Nachfrage nach Lösungen zur privaten Altersvorsorge. Die Sparkasse empfiehlt seit Jahren, frühzeitig aktiv zu werden. Denn die betriebliche Altersvorsorge schwächelt, die Unternehmer seien aufgrund der aktuellen Konjunktur verunsichert, so Vorstand Kurt Hardt.
Was sich ebenso zeigt. Im Kreis Biberach wird wieder mehr gebaut. „Die Bauherren haben heute wieder eine klare Kalkulationsgrundlage, die Zinsen haben sich stabilisiert. Aber auch die Baukosten haben sich stabilisiert und Handwerker sind wieder besser verfügbar also noch vor vier Jahren“, resümiert Hardt.
Ein besonderer Meilenstein: Die Stiftung „BC – gemeinsam für eine bessere Zukunft“ feiert in diesem Jahr ihr dreißigjähriges Bestehen. Sie zählt zu den größten Sparkassenstiftungen im Land und unterstützt regelmäßig Projekte in der Region.
Neben dem gesellschaftlichen Engagement spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Bei einem bundesweiten Vergleich im Nachhaltigkeits-Kompass belegte die Sparkasse einen Spitzenplatz. Vorstandsmitglied Dr. Michael Schieble sieht darin eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges: Verantwortung für Umwelt, Gesellschaft und sichere Finanzstrukturen sei die Grundlage für eine stabile Zukunft.
Auch im Jahr 2026 setzt die Kreissparkasse Biberach auf Weiterentwicklung. Besonders das Online- und Mobile-Banking wird immer stärker genutzt. Das Institut reagiert darauf mit neuen Giro- und Depotmodellen, die besser auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Der Fortschritt bedeutet aber auch neue Herausforderungen. Laut Schieble wurden auch die Filialen im Kreis Biberach Ziel von Betrügern. Mit KI-Stimmen versuchen sie, Kunden zu imitieren und Aufträge zu erteilen. Dagegen hat die Kreissparkasse ihre Mitarbeiter geschult. An Tagen, an denen die Polizei vor Betrugsmaschen warnt, wickelt die Bank keine Geschäfte über Anrufe ab. Gut gerüstet geht es damit ins Geschäftsjahr 2026.