Zahlen & Fakten: Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West 2023

Die Zahl der Straftaten steigt leicht

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner und Kriminaloberrat Hans Willbold heute die Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben Süd / West für das Jahr 2023 vor. Insgesamt ist man im Präsidium mit den Zahlen zufrieden. Es gibt jedoch auch Bereiche, die Grund zur Sorge geben.

Allgemeine Kriminalitätslage

Im Jahr 2023 registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West 39.459 Straftaten. Die Fallzahlen im Schutzbereich stiegen geringfügig um 306 Fälle. Die bereinigten Fallzahlen (35.211 Straftaten) bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich die Kriminalitätshäufigkeitszahl von 3.934 auf 3.907. Ein Blick auf die bereinigten Zahlen zeigt ebenso den erfreulichen Rückgang der Häufigkeitszahl von 3.534 auf 3.486. Die Aufklärungsquote spiegelt die Ermittlungserfolge der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten wider. Die Aufklärungsquote verbessert sich geringfügig um +0,4 % von 73,6 % auf 74,0 %. Die Aufklärungsquote der bereinigten Zahlen verbesserte sich von 70,7 % auf 71,0 %.

„Die sehr gute Aufklärungsquote und auch die Häufigkeitszahl belegen eindrucksvoll die erfolgreiche Arbeit der Polizei im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Wir sind und bleiben der Garant für die Sicherheit unserer Region.“ resümiert Polizeipräsidentin Dr. Strößner

 

Tatverdächtige

Die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen (bereinigte Zahlen) blieb nahezu auf Vorjahresniveau. Im Bezugszeitraum 2023 registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West 19.490 Tatverdächtige (vgl. 2022, 19.437; +53). 37,5 % sind Nichtdeutsche[3]. Insgesamt sind 7.323 Tatverdächtige als Nichtdeutsche erfasst. 1.962 der nichtdeutschen Tatverdächtigen waren Zuwanderer. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zahlen der Tatverdächtigen der Nichtdeutschen um +12,3 % und der Zuwanderer um +24,7 %. Im Schutzbereich ist die Zahl der Einwohner erstmals auf über eine Millionen Einwohner um knapp 1,5 % gestiegen.

Straßenkriminalität

Im Bereich der Straßenkriminalität ist die Anzahl der Straftaten der umfassten Deliktsbereiche mit 4.930 Fälle im Vergleich zum Vorjahr annähernd auf gleichem Niveau. Etwa neun von zehn Fällen beziehen sich auf die Deliktsfelder Straßendiebstahl und Sachbeschädigungen.

 

Gewaltkriminalität

Die Gewaltkriminalität nimmt einen Anteil von 3,3 % an der Gesamtkriminalität ein. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Gewalttat zu werden, als gering einzuschätzen. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ist ein leichter Rückgang der Fallzahlen zu erkennen. Ein deutlicher Anstieg ist im Deliktsfeld „Raub“ (+23,1 %; +25 Fälle) festzustellen. Bei den Straftaten gegen das Leben (-13,5 %) und der sexuellen Selbstbestimmung (-10,7 %) ist erfreulicher Weise ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

 

Wohnungseinbruchsdiebstahl

Nach einem Rückgang während der Corona-Pandemie weist der Wohnungseinbruchdiebstahl 2023 mit 217 Fällen erneut eine deutliche Steigerung zum Vorjahr (+25,4 %; +44 Fälle) auf. Die Steigerung erreicht allerdings noch nicht das Niveau von 2019. Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West wird, um dem Trend entgegen zu wirken, im kommenden Jahr mit mehreren präventiven Schwerpunktkontrollen, Kontrollaktionstagen zu Beginn der dunklen Jahreszeit und zahlreichen Präventionsveranstaltungen mögliche Schutzmaßnahmen vermitteln. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Kriminalpolizeiinspektionen in Kempten, Memmingen und Neu-Ulm informieren hierzu kostenfrei die Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf die Risikominimierung, Opfer eines Einbruchs zu werden. Die Hälfte der angezeigten Wohnungseinbruchdiebstähle scheitern an den Sicherungstechniken. Informationen und Tipps finden sie auch auf der Internetseite der Einbruchschutzkampagne „K-EINBRUCH“ oder auch auf den Seiten der Polizeilichen Kriminalprävention.

 

Sexualstraftaten

Der größte Anteil der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist wie im Vorjahr das Delikt Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Es ist ein Rückgang von -35,5 % auf 394 Fällen im Bereich der Kinderpornografie festzustellen. Der Anteil der Tatverdächtigen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren sank von 62,5 % auf 38,1 %. Hier scheinen die zahlreichen Präventionsveranstaltungen und -kampagnen bei den Jugendlichen und Heranwachsenden sich positiv auf die Entwicklung der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr auszuwirken Ebenso ist ein deutlicher Rückgang im Deliktsfeld der Vergewaltigung von 114 Straftaten auf 88 Fälle (-29,5%) zu verzeichnen. Bei mehr als 3/4 aller Fälle bestand eine formelle oder informelle Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter. Die Gefahr, von einem Unbekannten vergewaltigt zu werden, ist im hiesigen Schutzbereich niedrig.

 

Rauschgiftdelikte

Der Deliktsbereich Rauschgiftkriminalität umfasst jeglichen Umgang mit Betäubungsmitteln, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen. Die Fallzahlen des Deliktsbereichs sind stark von Kontrollen abhängig. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 3.476 Fälle registriert, im Vorjahr waren es 3.256 Fälle. Der Großteil dieser Fälle war auf den Umgang mit Cannabis zurückzuführe. Abzuwarten gilt die bevorstehende Einführung des Cannabiskonsumgesetzes. Vor dem Hintergrund des starken Anteils an Cannabis-Delikten unterliegt das bevorstehende Gesetzesvorhaben rund um die Teillegalisierung von Cannabis seitens der Polizei einer kritisch-konstruktiven Prüfung.

„Besonders Augenmerk legt die Polizei dabei auf die Bereiche Straßenverkehr, Schwarzmarkt, Jugendschutz und Arbeitsbelastung der Polizei, die einer detaillierten Beachtung im Rahmen der Gesetzgebungsverfahren bedürfen“, so Kriminaloberrat Willbold.

Detaillierte Informationen zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2023 des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, insbesondere auch landkreisbezogene Zahlen, können dem Sicherheitsbericht entnommen werden.

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