Wer in Ulm etwas essen oder trinken möchte, steht immer öfter vor verschlossenen Türen. Viele Gaststätten und Restaurants haben sogar einen zusätzlichen Ruhetag eingelegt.
Der Trend ist klar: Die Gastronomie kocht und bedient nur noch auf Sparflamme. - Karin Brugger, Geschäftsführerin der NGG
Karin Bruger von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schlägt "Küchen-Alarm" für die Gastro-Szene: Es gäbe zu wenig Personal. "Fast alle suchen händeringend Unterstützung", so Brugger. Allein für Ulm hat die Bundesagentur für Arbeit in der Hotellerie und Gastronomie aktuell 62 offene Stellen registriert. Auch beim Nachwuchs sieht es nicht besser aus: 11 Ausbildungsplätze sind immer noch frei, die Verträge für das neue Ausbildungsjahr sollten aber schon längst abgeschlossen sein.
In der Gastro-Branche müsse sich einiges ändern: Höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten seien der Schlüssel für mehr Personal. Von fairen Löhnen seien viele Beschäftigte heute immer noch weit entfernt, viele bekommen nur Mindestlohn.
Karin Brugger fordere einen "Gastro-Start-Lohn" von 3.000 Euro brutto für alle, die nach ihrer Ausbildung in einem Vollzeit-Job weiterarbeiten. "Das muss die Branche hinbekommen. Denn wer seine Ausbildung in der Küche, im Service oder im Hotel abgeschlossen hat, braucht eine klare Perspektive. Der faire Einstiegslohn liegt bei mindestens 3.000 Euro."