Kümmerer-Netzwerk für Storchennester in Schwaben

Mein Nachbar, der Storch

Was tun, wenn ein Storch an ungeeigneter Stelle nistet? Die Regierung von Schwaben will Abhilfe schaffen und ein Netzwerk aufbauen, das Schnell Hilfe bei der Umsiedelung bietet.

Im Unterallgäu wurden im Jahr 2025 insgesamt 99 Weißstorch-Brutpaare in sechs Kolonien gezählt. Damit gehört der Landkreis zu den Regionen Schwabens mit besonders hohem Storchenbestand. Für den Artenschutz ist das erfreulich, doch Nester an unpassenden Stellen können schnell zu Problemen für Anwohner werden.

Der Storch kommt geflogen

In den kommenden Wochen beginnen die Störche wieder mit dem Nestbau und der Brut. Dabei sollten Hausbesitzer einige Punkte beachten, erklärt Stephanie Schindler von der Naturschutzbehörde beim Landratsamt.

„Wer beobachtet, dass Störche an einer ungeeigneten Stelle mit dem Bau eines neuen Nestes beginnen, sollte sofort handeln“, betont Schindler. Besonders in der Zeit von Mitte Februar bis Anfang Mai sei schnelles Eingreifen wichtig. Das Nistmaterial sollte dann entfernt und bestenfalls ein Abweiser angebracht werden. Denn mit fortschreitender Brutsaison wird ein Rückbau rechtlich immer schwieriger.

Schutz, Probleme und Beratung

Hat ein Storch bereits mit dem Brüten begonnen, gilt der Bestandsschutz für das Nest. Es darf dann ohne artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung nicht mehr entfernt oder umgesiedelt werden. Das gilt auch in der Winterzeit, wenn viele Störche im Süden sind und die Nester leer erscheinen.

Störche wählen gerne hohe Gebäude wie ungeschützte Dachfirste oder Kamine. Dies kann dazu führen, dass Rauchgase in Wohnräume gelangen oder Heizungen und Öfen nicht mehr betrieben werden können. Auch Dachrinnen, die mit Reisig verstopft werden, sowie verschmutzte Dächer und Gehwege durch Nistmaterial und Kot sind unangenehme Begleiterscheinungen.

Bei Fragen helfen Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie die Untere Naturschutzbehörde weiter. Wer ein Nest verlegen oder an einem unproblematischen Standort ansiedeln möchte, benötigt eine Ausnahmegenehmigung. Zuständig dafür ist die Höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben in Augsburg.

Kümmerer-Netz für Storchenkolonien

Um die bisherigen Weißstorch-Kolonien in Erkheim, Kirchheim, Mindelheim und Pfaffenhausen zu betreuen und die Bevölkerung zu unterstützen, baut das Landratsamt ein sogenanntes Kümmerer-Netz auf. Interessierte, die dort mitarbeiten möchten, können sich an die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu wenden:

Die Naturschutzbehörde bittet Bürger, bei Beobachtungen frühzeitig zu reagieren, damit Konflikte zwischen Mensch und Storch gar nicht erst entstehen.

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