Kurz vor der Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg ist noch ein erheblicher Teil der Wählerinnen und Wähler unentschlossen. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage, durchgeführt im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, wollen 22 Prozent ihre Entscheidung erst später treffen, 73 Prozent haben sich bereits festgelegt, fünf Prozent wissen es noch nicht.
Besonders unsicher zeigen sich Frauen und FDP-Anhänger: Etwa jede vierte Frau und fast ein Drittel derjenigen, die bei der letzten Wahl die FDP unterstützt haben, haben sich noch nicht entschieden.
Der Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner erklärt, dass eine hohe Zahl an Spätentscheidern kurz vor Wahlen normal ist. „Das Rennen ist offen“, sagt er. „Spätentscheidungen und Wechselwähler können das Ergebnis noch in jede Richtung beeinflussen.“
Viele Menschen entscheiden sich erst kurz vor der Wahl, weil sie nur begrenztes Interesse, keine festen Parteibindungen oder wenig politische Orientierung haben. Ein Beispiel dafür ist der Wahl-O-Mat, dessen Nutzung in den letzten Tagen vor der Wahl deutlich ansteigt. Auch der relative Wohlstand vieler Bürger kann dazu beitragen, dass sie sich weniger unmittelbar von politischen Entscheidungen betroffen fühlen und daher erst spät oder gar nicht abstimmen.
Wählen ist entscheidend, weil jede Stimme die politische Richtung und die Entscheidungen der kommenden Jahre mitbestimmt. Wer nicht wählt, verzichtet auf seine Chance, Politik aktiv mitzugestalten, und überlässt die Entscheidungen anderen.
In Deutschland finden Wahlen an einem Sonntag statt, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, Berufstätige und Schüler nicht zu benachteiligen und die Organisation der Wahllokale zu erleichtern.
In aktuellen Umfragen liegen CDU und Grüne nahezu gleichauf mit etwa 27 Prozent bzw. 24–25 Prozent, gefolgt von AfD mit rund 19–20 Prozent, SPD mit 8–9 Prozent, FDP und Linke jeweils bei etwa 6 Prozent sowie Sonstige bei rund 8 Prozent. Insgesamt sind rund 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt, darunter etwa 650.000 Erstwählerinnen und Erstwähler.
Wahlumfragen geben immer nur ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wieder und können den tatsächlichen Wahlausgang nicht vorhersagen. Die Unsicherheit unter den Wählerinnen und Wählern erschwert zudem die Gewichtung der Daten durch Meinungsforschungsinstitute.