Am 11. Oktober wird in Ehingen ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Kurz vor der Wahl zeigt Kandidat Christoph Schlegel jetzt genauer, was er in der Stadt verändern möchte.
Schlegel ist 40 Jahre alt, in Ehingen geboren, verheiratet und Vater von drei Kindern. Er arbeitet als Parkettleger und engagiert sich seit vielen Jahren im Ehinger Stadtjugendring.
Schlegel will Abläufe in der Stadtverwaltung einfacher und schneller machen. Dabei sollen auch digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz helfen – zunächst testweise im Bauamt. Außerdem schlägt er eine zentrale Stelle vor, die gezielt nach Fördergeldern von Land, Bund und EU sucht. Davon sollen auch Vereine profitieren.
Beim Wohnungsbau setzt Schlegel unter anderem auf Erbbaurecht, Förderprogramme und schnellere Bauverfahren.
Auf dem Ehinger Marktplatz möchte Schlegel barrierefreie Wege durch das Kopfsteinpflaster schaffen. Gleichzeitig sollen Leitungen und Strominfrastruktur modernisiert und mehr Bäume und Schatten geschaffen werden.
Beim Thema Sicherheit fordert er mehr Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes – vor allem abends und am Wochenende.
Gegen den Ärztemangel setzt Schlegel unter anderem auf Telemedizin. Langfristig möchte er ein Ehinger Medizin-Stipendium einführen. Junge Menschen aus Ehingen sollen während ihres Medizinstudiums finanziell unterstützt werden und sich dafür verpflichten, später für eine gewisse Zeit als Ärzte in Ehingen zu arbeiten.
Und auch für Hundehalter hat Schlegel einen konkreten Vorschlag: Auf einer möglichst bereits vorhandenen städtischen Fläche soll eine öffentliche und eingezäunte Hundewiese entstehen – mit Sitzbänken, Abfallbehältern und Kotbeutelspendern.
Christoph Schlegel ist in Ehingen vielen auch unter seinem Spitznamen „Schlingel“ bekannt – vor allem in der lokalen Jugend-, Musik- und Kulturszene. Die Idee für eine Kandidatur beschäftigt ihn nach eigenen Angaben schon seit der OB-Wahl 2018. Damals störte ihn vor allem die niedrige Wahlbeteiligung. Aus einer zunächst eher ungewöhnlichen Idee wurde später Ernst.
Schlegel sagt, er wolle zeigen, dass sich auch ein „ganz normaler Arbeiter“ ohne Verwaltungshintergrund für das Amt bewerben kann.