Eine großangelegte Kontrolle von Reisebussen am Dienstag an der Raststätte Seligweiler deckte Sicherheitsmängel auf. Polizei, Zoll und weitere Behörden überprüften Fahrer und Fahrzeuge. Ein Bus wurde stillgelegt. Ziel war die Verkehrssicherheit. Die Mängel reichten von abgefahrenen Reifen bis zu fehlenden Arbeitserlaubnissen.
Die Beamten nahmen die Fahrzeuge genau unter die Lupe. Sie kontrollierten die Technik von vorne bis hinten. Ein 18 Jahre alter Bus wies besonders gravierende Mängel auf. Ein früherer Reifenplatzer hatte die Innenverkleidung des Radhauses beschädigt. Teile drohten abzufallen. Johanna Christau, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Ulm, betont die Wichtigkeit solcher Kontrollen. „Wir befinden uns heute hier in Seligweiler und kontrollieren den Busverkehr“, sagte sie. „Es geht darum, den Bus ganzheitlich zu kontrollieren.“
Die Reifen des alten Busses waren in einem desolaten Zustand. Mehrere hatten kaum noch Profil. Einer war innen komplett abgefahren. Der Vorschlag der Fahrer, diesen Reifen vor Ort zu wechseln, wurde von den Polizisten abgelehnt. Der mitgeführte Ersatzreifen war über 18 Jahre alt. Seine Felge war stark verrostet, die Reifenflanken zeigten bereits Risse. Ein Platzen unter Belastung schien wahrscheinlich. „Bei der Technik schaut man beispielsweise, ob das Fahrzeug in einem einwandfreien Zustand ist“, so Christau.
Neben der Fahrzeugtechnik standen auch die Busfahrer im Fokus der Kontrolle. Die Beamten überprüften Lenk- und Ruhezeiten genau. „Man schaut einfach, war der Fahrer länger unterwegs, als er unterwegs sein darf“, erklärte Christau den Prozess. Auch die persönlichen Dokumente wurden kontrolliert. Ein ausländischer Fahrer konnte keine gültige Arbeitserlaubnis vorweisen. Die Ausländerbehörde erließ eine Ausreiseverfügung gegen ihn. Seine Daten wurden für zukünftige Kontrollen erfasst.
Eine Schulklasse auf der Rückreise von einem Schullandheim-Aufenthalt erlebte einen Schreckmoment. Ihr Gepäck musste vollständig ausgeladen werden. Ein Spürhund des Zolls suchte nach Drogen. Der Verdacht bestätigte sich glücklicherweise nicht. Dennoch zeigt der Vorfall die Gründlichkeit der Kontrollen. Die meisten verhängten Bußgelder wurden direkt vor Ort bezahlt. Die Beamten waren dafür mit mobilen Kartenterminals ausgestattet. Trotz der aufgedeckten Mängel gibt Christau eine vorsichtige Entwarnung für Passagiere. „Auch wenn solche Kontrollen immer wieder Verstöße ans Licht bringen, kann man noch mit gutem Gewissen Bus fahren“, sagte sie abschließend.
Die Großkontrolle unterstreicht die Notwendigkeit regelmäßiger und umfassender Überprüfungen im Reisebusverkehr, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten und gefährliche Fahrzeuge von der Straße zu holen. Die Zusammenarbeit verschiedener Behörden ermöglichte eine ganzheitliche Betrachtung von Fahrern und Material und zeigte, wo die Schwachstellen im System liegen. Die konsequente Ahndung von Verstößen sendet ein klares Signal an die Branche.