Lebenslange Haft nach Mord an US-Touristin bei Schloss Neuschwanstein

Mord, versuchter Mord und Vergewaltigung mit Todesfolge

Vor neun Monaten überfällt ein Tourist beim Märchenschloss im Allgäu zwei amerikanische Urlauberinnen, um eine der Frauen zu vergewaltigen. Eine 21-Jährige starb. Nun bekam der Mann sein Urteil.

Nach der Gewalttat an zwei jungen US-Amerikanerinnen unweit des Schlosses Neuschwanstein ist ein 31-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht in Kempten wertete die Tat des ebenfalls aus den USA stammenden Mannes am Montag als Mord, versuchten Mord und Vergewaltigung mit Todesfolge.

Der Vorsitzende Richter Christoph Schwiebacher stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Dadurch kann die Gefängnisstrafe voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden.

Lebenslange Haft nach Mord an US-Touristin bei Schloss Neuschwanstein

Der Angeklagte hatte zugegeben, dass er die beiden Freundinnen Mitte Juni 2023 auf einem Wanderweg in der Nähe der Marienbrücke in Schwangau überfallen und sie dann in eine etwa 50 Meter tiefe Schlucht geworfen hatte. Eine 21-Jährige war nach dem Angriff im Krankenhaus gestorben, ihre ein Jahr ältere Begleiterin wurde erheblich verletzt.

Der Mann hatte die Frauen erst wenige Minuten zuvor kennengelernt, die zwei Opfer und der Täter waren getrennt voneinander für einen Urlaubstrip ins Allgäu gereist. Die Marienbrücke gegenüber dem Märchenschloss ist ein beliebter Treffpunkt für Touristen aus aller Welt, weil man dort einen besonders guten Blick auf den Prachtbau des bayerischen Königs Ludwig II. hat.

Der Mann hatte die 21-Jährige attackiert, um sie zu vergewaltigen. Als ihre Freundin der jungen Frau zu Hilfe kam, stieß der Mann die damals 22-Jährige in die angrenzende Pöllatschlucht. Anschließend verging sich der Angeklagte weiter an dem jüngeren Opfer.

Nachdem er kurz darauf von einem Pärchen bei der Tat überrascht wurde, ließ der Mann von der Frau ab und drückte sie ebenfalls über die Kante des Abhangs. Die beiden Frauen mussten mit einem Hubschrauber aus der Schlucht geborgen werden.

Zahlreiche Touristen hatten den Einsatz und die Festnahme des Täters durch alarmierte Polizisten beobachtet und aufgenommen. Die Fotos und Video wurden rund um den Globus in sozialen Netzwerken verbreitet.

Das könnte Dich auch interessieren

04.02.2026 Mordurteil gegen 34‑jährige Frau aus Memmingen ist rechtskräftig Das Urteil gegen eine 34‑jährige Frau aus Memmingen wegen Mordes an ihrem Ehemann ist jetzt endgültig rechtskräftig: Der Bundesgerichtshof hat die Revision der Angeklagten als unbegründet verworfen, teilt das Landgericht Memmingen mit. Damit bleibt die lebenslange Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld bestehen – eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren wird nicht geprüft. 28.01.2026 Ulm: Messerattacke auf Partner der Tochter - Vater wegen versuchten Mordes vor Gericht Ein Familienstreit in der Ulmer Innenstadt eskalierte Anfang des Jahres auf dramatische Weise: Ab heute steht ein 52-jähriger Mann wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Ulm. Laut Anklage griff der Mann den Freund seiner Tochter in einem Lokal mit einem Messer an, weil er gegen die Beziehung und die bevorstehende Hochzeit war. 05.05.2025 Gerichtstermin steht fest: Frau aus Göppingen soll aus Mordlust getötet haben Im Fall einer 26-jährigen Frau, die laut Anklage aus Mordlust einen Mann in Göppingen getötet haben soll, steht nun der Termin für den Prozessbeginn fest. Wie das Landgericht Ulm mitteilt, startet die Hauptverhandlung am Dienstag, 27. Mai 2025, um 8:30 Uhr vor der Schwurgerichtskammer. Der Prozess wird unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Tresenreiter geführt. 26.03.2025 Nach Messerangriff in Ravensburg: 32-Jähriger wegen Mordes vor Gericht Ein 32-Jähriger steht von Mittwoch an vor Gericht, weil er einen Mitbewohner einer Flüchtlingsunterkunft mit einem Messer getötet haben soll. Der Mann aus Gambia ist wegen Mordes vor dem Landgericht Ravensburg angeklagt. Er soll das Opfer, das in derselben Unterkunft wie er wohnte, nach einem Streit erstochen haben. Die Tat spielte sich im August 2024