Ludwig-Erhard-Brücke wird zeitweise zur Einbahnstraße

Staugefahr in Ulm

Auch wenn es nur ein verlängertes Wochenende ist, so sind jetzt schon für Mitte März große Staus in der Ulmer Innenstadt absehbar.

Von heute Abend muss bis zum frühen Montagmorgen, den 14. März, die Ludwig-Erhard-Brücke für den Verkehr von der Karlstraße in Richtung Blaubeurer-Tor-Ring gesperrt werden. Stadteinwärts gibt es eine Fahrspur, der Geh- und Radweg auf der Südseite ist frei benutzbar.

Hauptabteilungsleiter Michael Jung war deutlich anzumerken, wie schwer es ihm gefallen ist, diese Nachricht verbreiten zu müssen, denn auch ihm ist klar, dass durch die noch immer andauernde Sperrung vor dem Hauptbahnhof damit viele Autofahrer im Stau stehen werden. Die Verkehrsplaner haben lange diskutiert und nach Alternativen gesucht, am Ende kann Jung jedoch nur sagen „Augen zu und durch“. Auch bei der Stadt ist man nicht begeistert, doch die Alternative wäre gewesen, die seit einem Jahr laufende Sanierung der Ludwig-Erhard-Brücke zu unterbrechen und abzuwarten, bis die Friedrich-Ebert-Straße vor dem Hauptbahnhof fertiggestellt ist.

Bereits seit Wochenbeginn staut es immer wieder in der Karlstraße stadtauswärts, da auf der Brücke nur noch eine Fahrspur zur Verfügung steht. In den vergangenen Monaten wurde zweimal täglich die Spuraufteilung geändert, damit morgens zwei Fahrspuren in die Stadt führen und nachmittags zwei heraus. Durch den Baufortschritt fehlt nun vor und hinter der Brücke zum Zurückverschwenken des Verkehrs.

Am Donnerstag, 10. März wird ab 21 Uhr der Verkehr stadtauswärts in Richtung Westen und Süden weiträumig über die Neutorstraße, Olgastraße, Frauenstraße und Neue Straße umgeleitet, eine weitere beschilderte Alternative führt über die Stuttgarter Straße in Richtung Norden. Stadteinwärts gibt es nur eine Fahrspur. Noch in der Nacht beginnen die Asphaltierungsarbeiten auf der Brücke, die rund um die Uhr durchgeführt werden. Ab Montag, 14. März, fünf Uhr morgens kann der Verkehr dann wieder in beiden Richtungen auf je einer Fahrspur rollen. Falls das Wetter zu kalt oder zu nass für Asphaltarbeiten ist, werden die Arbeiten um eine Woche verschoben. Andrea Röhrer, die Sachgebietsleiterin Ingenieurbauwerke, hat das bereits mit den beteiligten Firmen geplant, damit der Bauzeitenplan gehalten werden kann.

Bis zum letzten April-Wochenende wird diese Verkehrsführung Bestand haben, dann folgt wieder ein langes Wochenende mit Sperrungen. Vom Abend des 28. April bis zum frühen 2. Mai gibt es dann nur eine Fahrspur stadtauswärts, stadteinwärts geht nichts, der Geh- und Radweg bleibt aber immer benutzbar. Im Mai und Juni gibt es dann wieder in beiden Fahrtrichtungen je eine Fahrspur, bis zum Frühsommer soll die Sanierung der Ludwig-Erhard-Brücke abgeschlossen sein.

Auch wenn die Kosten von bisher 8,3 Millionen auf 8,8 Millionen Euro fortgeschrieben werden müssen, ist Jung mit den Kosten zufrieden. Die Preisexplosion auf dem Bausektor ist an der Brückenbaustelle weitgehend vorbeigegangen. Begeistert sind Michael Jung und sein Abteilungsleiter Steve Endel, der die Verkehrsinfrastruktur verantwortet, von den bereits sanierten Brückenabschnitten. Mit der Frage „Haben Sie sich die Brücke schon einmal bei Dunkelheit angesehen?“ geht Endel auf die neue Beleuchtung ein, die durch eine LED-Leiste in der Unterseite des Handlaufes im Brückengeländer eingelassen ist. Der Gehweg ist nun auf ganzer Länge gleichmäßig und hell ausgeleuchtet. Notwendig geworden sind die Sanierungsarbeiten vor allem wegen beim Bau unsauber eingebauter Brüstungen, die schweren Betonteile drohten auf die Bahngleise zu stürzen. Dabei wurde dann ein neuer Berührschutz gegenüber der Eisenbahn-Fahrleitung eingebaut, die Geländer geändert und die nicht notwendigen Leitplanken wurden zugunsten eines breiteren Geh- und Radweges entfernt.

Text/Foto: Thomas Heckmann

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